Gegen 23.30 Uhr am Sonnabend warfen Unbekannte an der Neuen Jakobstraße in Berlin-Mitte Farbbeutel gegen die Fassade der Botschaft Nigerias.

Um 6.15 Uhr standen drei Kleintransporter der Autovermietung „Robben & Wientjes“ an der Ritter- Ecke Prinzenstraße in Kreuzberg in Flammen. Zwei in unmittelbarer Nähe stehenden Mietfahrzeuge wurden ebenfalls durch das absichtlich gelegte Feuer beschädigt.

Fast zeitgleich bemerkte die Mitarbeiterin eines Sicherheitsdienstes in einer Mercedes-Niederlassung an der Prinzessinnenstraße einen penetranten, faulig-säuerlichen Geruch. Unbekannte hatten offenbar einen Anschlag mit Buttersäure verübt. In allen Fällen prüft die Polizei Zusammenhänge mit den vorangegangenen Protesten.

Begonnen hatte der bundesweit angekündigte Aktionstag gegen „staatliche Repression“ am späten Sonnabendnachmittag an der Thusnelda-Allee in Moabit mit 700 Teilnehmern. Wenig später zählte die Polizei 800 Demonstranten. Nach Angaben der Polizei hatten sich einige Teilnehmer an der Straße Alt-Moabit an der Spitze des Aufzuges vermummt. „Unserer Aufforderung sich zu demaskieren sind sie nicht nachgekommen“, sagte ein Sprecher. Es sei zu vorübergehenden Festnahmen gekommen. Die Versammlungsleiterin verkündete dann das Ende der Demonstration. Nach Angaben der Polizei kam es vereinzelt zu Flaschen- und Böllerwürfen.

Die Bilanz des Einsatzes, an dem rund 1800 Polizeibeamte aus verschiedenen Bundesländern beteiligt waren: 17 Festnahmen, zwei verletzte Polizisten, 29 Platzverweise und 39 Strafanzeigen - unter anderem wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Landfriedensbruch, Widerstand sowie Körperverletzung.

Bereits am Abend nach der Demonstration versammelten sich etwa 400 Menschen am Moritzplatz in Kreuzberg zu einer weiteren, nicht angemeldeten Demonstration. Auf Handzetteln und im Internet hatte es laut Polizei einen Aufruf zu dieser Versammlung gegeben. Das Motto: „unerlaubt durchs Gefahrengebiet“. Die Demonstranten verteilten sich auf dem gesamten Platz und standen in kleineren Gruppen zusammen. Die Polizei musste den Moritzplatz zeitweise abriegeln. Die U-Bahn passierte den Bahnhof, ohne zu halten. Durch das Großaufgebot an Einsatzkräften konnte die Polizei verhindern, dass sich die Demonstranten zu einem Spontanaufzug in Bewegung setzten.