Berlin-Mitte

Veranstalter bricht Demonstration nach Böllerwürfen ab

Eine Demonstration gegen „staatliche Repression“ ist in Berlin-Mitte vorzeitig beendet worden. Es flogen Böller. Am späten Abend gab es dann in Kreuzberg einen Großeinsatz der Polizei.

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Insgesamt 17 Freiheitsentziehungen sowie 60 Freiheitsbeschränkungen und zwei verletzte Polizeibeamte sind die Bilanz von Aktionen in Zusammenhang mit dem "Zentralen Aktionstag gegen Repression" am Sonnabend in Tiergarten und Kreuzberg sowie in Friedrichshain, bei denen rund 1800 Polizisten im Einsatz waren.

Etwa 750 Menschen hatten am Sonnabend in Berlin-Mitte demonstriert. Ein Umzug der politisch links orientierten Teilnehmer durch Moabit wurde am späten Nachmittag nach weniger als der halben geplanten Wegstrecke vorzeitig abgebrochen.

Um 17.20 Uhr waren die Teilnehmer an der Thusnelda-Allee losgezogen. Die Route sollte am Bundesinnenministerium, dem Gerichtsgebäude an der Turmstraße und der Justizvollzugsanstalt vorbeiführen.

Stattdessen brach die Veranstalterin den Aufmarsch nach Böllerwürfen an der Turmstraße, Ecke Wilsnacker Straße, vorzeitig ab. Die Polizei nahm mehrere Vermummte fest. An der Spitze des Aufzuges habe es einzelne Maskierte gegeben, dies sei in Berlin verboten, sagte ein Polizeisprecher. Unter den Demonstrierenden befanden sich unter anderem Feministinnen, Vertreter der türkischen Arbeiterbewegung und Flüchtlinge vom Oranienplatz. Zur Teilnahme war bundesweit aufgerufen worden.

Die Veranstaltung war von erheblichen Sicherheitsvorkehrungen gekennzeichnet. Die Polizei hatte 1800 Beamte im Einsatz. Zur Unterstützung waren auch Hundertschaften aus Brandenburg, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und von der Bundespolizei angefordert worden.

Etliche Teilnehmer der Demonstration waren eigens aus anderen Ländern nach Berlin gereist.

Nach Demonstration nächster Polizeigroßeinsatz in Kreuzberg

Nach dieser vorzeitig beendeten Demonstration gab es am Abend einen weiteren Polizei-Großeinsatz – in Berlin-Kreuzberg. Im Internet war für 22 Uhr zu einer nicht angemeldeten Demonstration am Moritzplatz aufgerufen worden. In weiten Teilen des Stadtteils rund um die Oranienstraße zeigte die Polizei starke Präsenz. „Es gibt ein paar Personen, die über Hinterhöfe rennen – aber keine Demonstration“, sagte ein Polizeisprecher.

Am Moritzplatz versammelten sich etwa 100 bis 200 schwarz gekleidete Menschen. Der Platz war zeitweise abgeriegelt und die U-Bahn hielt dort nicht. Auch die Oranienstraße wurde von der Polizei abgesperrt.