Die Sonne scheint, die Berliner steigen aufs Fahrrad – und die Polizei kündigt erste Kontrollen an. Am kommenden Donnerstag zwischen 12 und 16 Uhr wollen Polizeibeamte an der Einmündung der Bachstraße in die Straße des 17. Juni eine Kontrollstelle für Fahrradfahrer und Autofahrer einrichten, wie am Dienstag mitgeteilt wurde. Im Fokus sollen dabei für Autofahrer die Gefahren des toten Winkels beim Abbiegen stehen, über die die Beamten aufklären wollen. „Radfahrer werden häufig durch Autofahrer beim Abbiegen in Seitenstraßen übersehen und gefährdet, lebensbedrohliche Situationen entstehen“, hieß es.
Ziel der Aktion solle „ein besseres Miteinander aller Verkehrsteilnehmer“ sein. Laut Statistik der Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr waren Abbiegefehler mit 1387 Fällen mit großem Abstand die Hauptursache von Unfällen mit Radfahrern, an denen diese nicht selbst schuld waren. Der zweithäufigste Grund war das Nichtgewähren der Vorfahrt. Insgesamt gab es 2013 fast 7000 Unfälle in Berlin, in die Radfahrer verwickelt waren. Die Zahl der bei Unfällen verletzten Radfahrer ging von 4533 auf 4307 zurück. Die meisten wurden dabei nur leicht verletzt. 14 Radfahrer kamen 2013 bei Verkehrsunfällen ums Leben. Im Vorjahr wurden 17 Radfahrer bei Unfällen getötet.
Alle zwei Stunden verunglückte 2013 in Berlin ein Radfahrer
Die leicht abnehmende Anzahl entspricht dem Trend in Bezug auf alle Verkehrsteilnehmer: Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 37 Verkehrsteilnehmer ums Leben, im Jahr 2012 waren es noch 42. Radfahrer sind grundsätzlich gefährdetere Verkehrsteilnehmer als Fußgänger: Alle zwei Stunden verunglückte im vergangenen Jahr ein Radfahrer, aber nur alle vier Stunden ein Fußgänger. Im Januar hatte Verkehrssenator Michael Müller (SPD) angekündigt, dass Radfahrer und Fußgänger besser geschützt werden sollen. So sollen unter anderem weitere Zebrastreifen und Radstreifen auf die Fahrbahnen aufgemalt werden. „Radfahrer sehen dort besser und werden besser gesehen“, sagte der Senator.
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