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Zehn Tipps für einen Kurzurlaub auf der ITB in Berlin

Die Internationale Tourismus-Börse öffnet an diesem Sonnabend für Privatbesucher. Und die können den nächsten Urlaub gleich vor Ort bei 198 Anbietern buchen. Doch warum nicht gleich Urlaub machen?

Foto: Reto Klar

„Der perfekte Urlaub beginnt – hier!“ Das ist einer der Werbesprüche der ITB, der heute und morgen wieder zehntausende Besucher in die Messehallen locken wird, die sich unter dem Funkturm über Reiseziele in Nah und Fern informieren wollen. Seit dem vergangenen Jahr kann, wer mag, seinen Urlaub gleich vor Ort bei 198 Anbietern und Ausstellern buchen – das Gelände sei komplett belegt, berichtet die Messe Berlin. Aber warum so lange warten oder nur von fernen Ländern träumen? Denn manchmal reichen doch schon Kleinigkeiten, um Urlaubsgefühle aufkommen zu lassen. Die „Berliner Morgenpost“ hat es ausprobiert: Wie viel Urlaub steckt in der ITB? Hier die zehn besten, zugegebenermaßen nicht ganz ernst gemeinten Urlaubstipps, die man ganz umsonst und ohne großen Aufwand direkt auf der Messe umsetzen kann.

1. Barfuß im Wasser

Bei den angesagten „Selfies“ aus dem Urlaub ganz oben mit dabei: selbst geschossene Fotos von den eigenen Füßen im kristallklaren Meer. Neidfaktor bei den Daheimgebliebenen: extrem hoch! In Halle 5.2 sind diese Bilder ganz leicht nachzustellen. Und zwar auf den Malediven. Einziger Nachteil: Die Füße sind leider ein wenig blasser und vielleicht noch nicht wirklich urlaubsreif pedikürt. Aber prima Stimmung kommt trotzdem auf. Also: Schuhe aus, Hosenbeine hoch gekrempelt und selber knipsen oder knipsen lassen.

2. Sehenswürdigkeiten bestaunen

Gut, zugegeben: Der Tempel ist aus Pappmaschee, aber er ist ja auch überdacht.... Egal, der Tempelnachbau am Stand von Sri Lanka (Halle 5.2) hält sogar einer kleinen Kletterpartie stand (nicht ohne vorher die netten Aussteller zu fragen, bitte!) So sitzt man also auf dem Tempelsims, links unter dem alten Gemäuer steht eine dreiköpfige Elefantenfamilie an einem kleinen Tümpel und wenn man nun den Blick in Richtung Deckenscheinwerfer hebt und die Augen langsam schließt, hat man fast das Gefühl, am Indischen Ozean in der Sonne zu brutzeln.

3. Ruhe genießen

Ja, das geht wirklich auf der ITB und zwar im „Raum der Stille“ (vor Halle 6 auf Sommergarten-Seite). Dort kann man eine Kerze entzünden, in sich gehen und für einen kurzen Moment die Hektik und den Trubel der Messehallen hinter sich lassen. Das ist ein bisschen wie im Urlaub, wenn man eine riesige Kathedrale oder kleine Kapelle besichtigt. Nur ohne Sandalentouristen in Shorts.

4. Reisekataloge wälzen

Das geht auf der ITB – natürlich – fast überall. Macht aber doppelt und dreifach Spaß, wenn man sich eine Gruppe Besucher oder Aussteller sucht, die die Heimatsprache des ausgewählten Reiselandes möglichst lautstark und lachend sprechen und man ihnen zuhört, während man versonnen in den Büchern oder Heften blättert. Praktische Reiseführer, die schön aussehen und in jede Hosentasche passen, gibt es zum Beispiel in Halle 25.

5. Schöne Menschen beobachten

Keine Ahnung, ob es wirklich so ist, aber ich sage es jetzt einfach mal: Es ist noch genügend Zeit, die Bikinifigur für den Sommer zu trainieren. In Halle 25 kann man sich schon einmal angucken, wie das bestenfalls im männlichen und weiblichen Fall aussehen kann. Dion und Grethell zeigen Haut, tragen Flip Flops und Strohhüte auf echtem Sand – und sind mit an 100 Prozent grenzender Wahrscheinlichkeit die einzigen auf der Messe, die „ein kleines bisschen frieren“! Das wiederum kann ganz sicher nur daran liegen, dass die Sonne kurz hinter einer Schönwetterwolke am ansonsten stahlblauen Karibik-Himmel verschwunden ist...

6. Tomatensaft trinken

Es gibt ja viele Theorien darüber, warum der Tomatensaft nur im Flugzeug schmeckt – und man ihn nur dort trinkt. Nun, ob es wirklich etwas mit dem Luftdruck zu tun hat, sollte dringend getestet werden! Also schnell einen Platz in den Flugzeugteilmodellen einiger ausstellender Fluglinien sichern, den Gurt anlegen und eine der (auch am Boden überaus freundlichen) Stewardessen um einen Tomatensaft bitten. Den bekommt man in Halle 25 mit einem strahlenden Lächeln serviert. Und – ohne Witz! – er schmeckt...

7. Impfberatung

Wer sich vor einer Reise impfen lassen muss, der hat meist Größeres vor. Warum nicht auf diese Weise in Gedanken in die Ferne schweifen und sich dem Stand mit dem Schild „kostenlose Impfberatung“ (Halle 24) nähern? Und vielleicht doch noch zügig umdrehen, wenn der Blick auf den Aufsteller mit den Worten „Welche Gefahren warten im Mittelmeerraum?“ fällt. Achtung: Kein Tipp für Hypochonder!

8. Abenteuer wagen

In Halle 4.1 wartet das Abenteuer! Dort kann man klettern, am Lagerfeuer sitzen und in großen Zelten dem Ruf der Wildnis lauschen. Im Hochseilgarten und am Kletterturm haben große und kleine Camper Spaß. Und unter dem Motto „Lass Dich mal hängen“ kann man sich an zwei Eispickel hängen – und bei langer Ausdauer sogar etwas gewinnen.

9. „Nippes“ kaufen

Wetten dass.., jeder Zuhause Urlaubsnippes hat? Es gibt immer irgendeine Kleinigkeit, die man sich im Urlaub als Erinnerung mitnimmt, die unter karibischer Sonne oder in verschneiter Berglandschaft wunderschön, einmalig, unvergleichlich war – zumindest dort ganz anders gewirkt hat als daheim... (Man denke nur an den Wein, der Zuhause nie so schmeckt wie im Urlaub). Und trotzdem gehört das Souvenir ins Gepäck. In Halle 23 kann man in Ägypten bei einem „Pharao“ am Fuße einer hallenhohen Sphinx eine Kette mit einem türkisfarbenen Skarabäus erwerben – und bitte nun nicht zu grübeln beginnen, ob der Anhänger schon vor den Hallen ganz anders aussehen könnte.

10. Massieren lassen

Halle 16 lockt mit „Wellness“. Also: Hin da! Inzwischen trage ich etwa Schuhgröße 45 und bin total reizüberflutet. Wellness klingt da gut (klingt eigentlich immer gut). Wer mag, kann sich dort eine Kopf-Gesichts-Nackenmassage oder eine sanfte Handmassage gönnen. Herrlich. Was für ein schöner Abschluss für einen Fast-Urlaub!