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Wie Radfahrer sich und andere im Straßenverkehr gefährden

Radler geraten im Berliner Straßenverkehr in gefährliche Situationen. Oft unverschuldet, doch manchmal auch aus Unachtsamkeit. Ein Video zeigt solch eine brenzlige Situation.

Montag dieser Woche, nachmittags kurz vor 16 Uhr. In Berlin-Schöneberg will ein Radler die stark befahrene Martin-Luther-Straße überqueren. Wagemutig und ohne ausreichend auf den Verkehr zu achten, fährt er los.

Der erste Autofahrer sieht ihn noch rechtszeitig, ein zweiter auf der Fahrbahn links daneben nur noch im allerletzten Moment. Trotz starken Bremsens erfasst der Mercedes den Mann auf seinem Rad. Dieser stürzt auf die Motorhaube, sein Rad landet auf der Straße. Offenbar wird der Mann bei dem Crash nicht verletzt.

Aufgenommen wurde die Szene von einer Autokamera.

Radler geraten im Berliner Straßenverkehr oft in gefährliche Situationen. Oft unverschuldet. Man denke nur an die vielen Unfälle durch links- oder rechtsabbiegende Autos und Lkw. Doch manchmal auch aus Unachtsamkeit und Leichtsinn, wie unser Video zeigt.

Rund 131.000 Unfälle ereigneten sich im Jahr 2013 im Berliner Straßenverkehr. Das waren 0,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Immerhin gab es aber 2013 so wenig Verkehrstoten wie noch nie seit der Wiedervereinigung. 37 Menschen starben im Berliner Verkehr, unter ihnen 14 Fußgänger, neun Radfahrer, neun Autofahrer und vier Motorradfahrer.

Unter den 42 Getöteten im Jahre 2012 waren 17 Fußgänger und 15 Radfahrer, aus diesen beiden Gruppen stammten auch 57 Prozent der Schwerverletzten.

Der Berliner Senat will durch ein Sicherheitsprogramm die Zahl der Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr bis 2020 um 30 Prozent senken. Radfahrer und Fußgänger sollen besser geschützt werden.

So sollen u.a. weitere Zebrastreifen und Radstreifen auf den Fahrbahnen aufgemalt werden. „Radfahrer sehen dort besser und werden besser gesehen“, begründete Verkehrssenator Michael Müller (SPD) im Januar 2014, warum den Autofahrern Raum auf den Straßen genommen werden soll.

Zusätzliches Geld gibt es aber für diese Maßnahmen nicht. So bleibt es bei den zusammen zwölf Millionen Euro, die im Doppelhaushalt 2014/2015 für Sanierung und Neuanlage von Radwegen und Radstreifen vorgesehen sind.

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