Im Fall des in Berlin-Neukölln erschossenen Selim Özel sind bei der Polizei bislang kaum Hinweise eingegangen. Wie berichtet war der 35 Jahre alte Türke in der Nacht zum 9. Februar 2014 nach einem Besuch in einer Shisha-Bar in seinem Toyota auf einem Parkplatz an der Braunschweiger Straße von einem Unbekannten mit fünf Schüssen getötet worden, mindestens einer davon traf ihn im Kopf.
Eine heiße Spur hat sich bisher nicht ergeben, die Ermittler der 2. Mordkommission sind bei der Rekonstruktion des brutalen Verbrechens und der Suche nach dem Motiv weiter auf Zeugen angewiesen. Selim Özel ist der Polizei kein Unbekannter. Nach Informationen der Berliner Morgenpost wurde gegen ihn wegen Drogendelikten, Körperverletzungen und versuchtem Totschlag ermittelt. Er war deshalb in seine Heimat ausgewiesen worden. Dort hatte ihm bereits vor einigen Jahren jemand nach dem Leben getrachtet - auf Selim Özel war geschossen worden, er hatte den Anschlag überlebt.
In Dänemark lernte er vor wenigen Jahren eine Deutsch-Türkin kennen. Die beiden heirateten, deshalb konnte der zuvor ausgewiesene Türke wieder nach Deutschland einreisen. Nach Informationen der Morgenpost soll Özel zuletzt als Türsteher gearbeitet und auch Kontakte zum Drogen-Milieu gehabt haben. Ein Ermittler sprach in diesem Zusammenhang von einem „sehr gefährlichen Mann“.
Spekulationen, der Tote habe zuvor Kontakte zu einschlägig bekannten Rockerclubs gehabt, bestätigten sich bisher nicht. Noch in der Tatnacht hatte Experten des zuständigen Fachkommissariats die Leiche in Augenschein genommen. Doch weder Gesicht noch Name noch die Identität des Toten waren den Beamten bekannt.
Die Berliner Polizei sucht nun dringend Zeugen, die den Tathergang verfolgt haben oder sonstige Beobachtungen gemacht haben. Sie hat eine Belohnung von 5000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Aufklärung des Mordes führen.
Die Berliner Polizei fragt:
Den Ermittlungen zufolge war das spätere Opfer Selim Özel gegen 2.50 Uhr zu seinem Auto auf einem Parkplatz eines Lebensmittelmarktes an der Braunschweiger Straße gegangen. Özel war unmittelbar vor seinem Tod zu Gast in der Shisha-Bar "Capulco" gewesen, die sich gegenüber des Parkplatzes befindet. Er wollte das Fahrzeug gerade starten, als der Täter an das Auto herantrat und mehrfach durch die noch geöffnete Fahrertür schoss. Özel erlag noch am Tatort seinen Verletzungen.
Unbestätigten Angaben zufolge hatte der Täter auf seiner Flucht eine Frau beinahe umgerannt und dabei kurz mit ihr gesprochen.
Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat hat die 2. Mordkommission des Landeskriminalamtes übernommen, die folgende Fragen hat:
- Wer war ebenfalls in der Nacht zum 9. Februar 2014 Gast in der Shisha-Bar und hatte noch keinen Kontakt zur Polizei?
- Wer hatte in der 6. Kalenderwoche oder am Tattag Kontakt zu Selim Özel?
- Wer kennt die Frau, die den kurzen Kontakt zum Täter hatte?
Hinweise nimmt die 2. Mordkommission des Landeskriminalamtes an der Keithstraße 30 in 10787 Berlin-Tiergarten unter der Telefonnummer (030) 4664 - 911 222 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, hat die Staatsanwaltschaft Berlin eine Belohnung von bis zu 5000 Euro ausgelobt.
BM










