Mit der enormen Summe von 60 Milliarden Mark, das sind 22 Prozent des jährlichen Gesamthaushaltes von 275 Milliarden Mark, subventioniert die DDR jährlich bestimmte Waren und Dienstleistungen, etwa Kinderbekleidung, Lebensmittel, Mieten oder Verkehrstarife.

Wegen der heftig im Land geführten Diskussion über den Sinn dieser ruinösen und häufig missbrauchten Subventionen, schaltet sich am 14. Februar 1989 offiziell das Zentralorgan der SED, das „Neue Deutschland“, in die „Debatte“ ein und bemühte dafür sogar den renommierten Wirtschaftsprofessor Jürgen Kuczinsky, der die Subventionspolitik natürlich verteidigte. SED-Chefideologe Otto Reinhold begründete das Festhalten an der so ermöglichten Preisstabilität damit, dass es sonst zu „einer Umverteilung des Nationaleinkommens“ käme, die „mit der sozialistischen Gerechtigkeit“ nichts zu tun hätte.