Ungeachtet der gravierenden Probleme bei der Fertigstellung des neuen Hauptstadtflughafens BER bleibt Berlin bei den Fluggästen aus aller Welt ein überaus begehrtes Ziel. Nach Angaben der Flughafen Berlin Bandenburg GmbH (FBB) wurden an den beiden Berliner Airports im ersten Monat des Jahres 1.756.980 Passagiere abgefertigt, ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 7,9 Prozent. Besonders stark fiel das Wachstum erneut am innerstädtischen Flughafen Tegel aus. Am Airport mit dem Kürzel TXL sind im Januar mehr als 1,3 Millionen Passagiere gestartet oder gelandet – ein rekordverdächtiges Plus von 9,6 Prozent.

Auch Schönefeld gewinnt

Auch der alte Flughafen in Schönefeld, an dem Billigfluggesellschaften wie Easyjet, Ryanair und Norwegian starten und landen, gewann mit 446.333 rund drei Prozent mehr Passagiere. Damit wurde der Negativtrend der vergangenen Monate gestoppt. Entsprechend zufrieden äußerte sich Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn. „Das anhaltende Passagierwachstum ist eine positive Nachricht für die Region“, sagte er. Besonders erfreulich sei, dass der operative Betrieb trotz schwieriger Witterungsbedingungen ohne große Beeinträchtigungen aufrecht gehalten werden konnte. „Das Winterkonzept greift“, so Mehdorn.

Die andere Seite des ungebremsten Wachstums: Für die Flughafen-Anwohner erhöht sich die Lärmbelastung. Zwar setzen die Airlines wegen der guten Nachfrage zunehmend größere – und oft auch leisere – Maschinen ein. Dennoch ist im Januar auch die absolute Zahl der Starts und Landungen gestiegen: In Tegel immerhin um 4,7 Prozent auf insgesamt 12.751 Flugbewegungen. Dagegen hat sich die Anzahl der Starts und Landungen in Schönefeld um 1,3 Prozent auf 4738 leicht verringert.

Luftverkehr im Aufwind

Im engen Zusammenhang mit den steigenden Touristenzahlen befindet sich der Berliner Luftverkehr bereits seit Jahren im Aufschwung – und zwar gegen den Branchentrend. So sind im Vorjahr mit 26,3 Millionen so viele Fluggäste wie noch nie in der Geschichte der beiden Hauptstadt-Airports abgefertigt worden. Berlin ist damit deutschlandweit klar die Nummer drei – hinter den beiden Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt am Main (58 Millionen Passagiere) und München (38,7 Millionen Fluggäste). Bei den Zuwachsraten liegt der Flughafen Tegel mit einem Vorjahresplus von 7,9 Prozent jedoch klar vorn. Frankfurt konnte lediglich 0,9 und München nur 0,8 Prozent an Passagieren hinzugewinnen.

Wenig Bewegung gibt es hingegen am BER. Ungeachtet der Skepsis in der Luftfahrtbranche hält Flughafen-Chef Mehdorn an seinem Plan fest, vom 1. Juli an einen Mini-Probebetrieb mit bis zu zehn Flugzeugen am Tag zu beginnen. Derzeit laufen die Vorbereitungen, das Nordpier am neuen BER-Terminal mit fünf Millionen Euro für den Testbetrieb umzurüsten. Weil er dafür eine Genehmigung vom Aufsichtrat braucht, will Mehdorn die nächste Sitzung um einen Monat auf März vorziehen. Einen Termin dafür gibt es aber noch nicht.