Parteibuch

Welche Berliner Parteien Mitglieder gewinnen können

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Der Wahltriumph von Kanzlerin Merkel hat der Berliner CDU kaum mehr Anhänger gebracht. Die SPD dagegen profitiert vom Entscheid zur schwarz-roten Koalition. Für die Piraten geht der Trend nach unten.

Im Jahr der Bundestagswahl haben die meisten der fünf Parteien im Berliner Abgeordnetenhaus Mitglieder gewonnen.

Größte Partei bleibt die SPD mit jetzt 17.121 Mitgliedern. Mit einem Plus von mehr als 600 Parteigenossen verglichen mit dem Vorjahr näherten sich die Sozialdemokraten wieder dem Stand von vor zehn Jahren an, sagte Sprecherin Josephine Steffen. Damals hätten der Regierungspartei nur rund 350 Berliner mehr angehört.

Beim Koalitionspartner CDU dagegen stagnierten die Zahlen im vergangenen Jahr bei etwa 12.200 Mitgliedern.

Deutlich profitierten auch die Berliner Grünen: Sie gewannen im vergangenen Jahr 133 Mitglieder hinzu. Mit insgesamt 5503 liegt die Ökopartei dennoch nur auf Platz vier der Berliner Rangliste.

Bei den Linken Mitglieder gestorben und ausgetreten

Die Linke legte leicht um 21 Mitglieder auf jetzt 7821 zu. Insgesamt habe es 467 Neueintritte gegeben, sagte Sprecher Thomas Barthel. Allerdings seien auch 165 Mitglieder gestorben. Aus Altersgründen seien zudem viele Mitglieder ausgetreten, andere weggezogen. Anders als zuvor habe sich die Partei daher auch wieder verjüngt. Das Durchschnittsalter der Berliner Linken liegt nun bei 61,5 Jahren – zuvor waren die Parteimitglieder im Schnitt drei Jahre älter.

In Jahren mit Bundestagswahl gebe es immer besonders viele Eintritte, erklärte SPD-Sprecherin Steffen. Im vergangenen Jahr hätten 1156 Berliner das Parteibuch neu beantragt – 2005 und 2009 waren es ähnlich viele. Einen Schub gab es vor allem vor der Mitgliederbefragung der SPD zur Koalition mit der CDU im Bund. Auch bei den Christdemokraten traten im Zuge der Wahl mehrere hundert Mitglieder ein.

Negativ lief das Jahr dagegen für die Piratenpartei. Ihrer im Internet veröffentlichten Statistik zufolge hatten sie Anfang des Jahres 3375 Mitglieder, davon waren allerdings nur 360 stimmberechtigt. Anfang 2013 hatte es noch fast 300 Berliner Piraten mehr gegeben. Die Zahlen entwickelten sich Monat für Monat nach unten. Besonders zum Jahreswechsel und Mitte Oktober traten viele aus. Stimmberechtigt sind nur Mitglieder, die auch ihre Beiträge gezahlt haben.

( dpa/sei )