Die Schulleitungen der Berliner Schulen können jetzt die Arbeit der für sie zuständigen Schulräte bewerten. Zu diesem Zweck haben sie Zugriff auf ein Evaluationsportal mit entsprechenden Fragebögen, die vom Institut für Schulqualität Berlin-Brandenburg entwickelt worden sind.

Anonym können die Mitglieder der Schulleitungen dort zum Beispiel Aussagen darüber treffen, ob ihre Vorgesetzten klare Arbeitsanweisungen geben und ob die Kommunikation untereinander zufriedenstellend ist oder nicht.

Bisher laufen laut Beate Stoffers, Sprecherin von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), 20 solcher Bewertungsvorgänge, von denen sechs bereits abgeschlossen seien. Das Feedback, dass die Schulräte erhalten, wird nicht öffentlich gemacht. „Wir gehen aber davon aus, dass sich die Betreffenden mit den Ergebnissen auseinandersetzen“, sagt Stoffers. Die Bewertung sei Teil des Qualitätsmanagements im Bildungsbereich.

Auch Lehrer müssen sich bewerten lassen – und zwar von ihren Schülern. Diese Reglung wurde vor drei Jahren noch unter dem damaligen Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) getroffen. In Absprache mit den Schuljuristen und den Sprechern der Schulleiterverbände ist allerdings entschieden worden, dass nicht lückenlos kontrolliert wird, ob alle Lehrer dieser Pflicht nachkommen. In der Bildungsverwaltung heißt es, dass diese Reglung nur sinnvoll sei, wenn eine Lehrkraft sich freiwillig bewerten lasse und bereit sei, sich mit den Schülern sowie mit Kollegen über die Ergebnisse auszutauschen.

Sprecherin Beate Stoffers sagt, dass sich in Berlin allein im November und Dezember rund 400 Lehrkräfte von ihren Schülern bewerten ließen. Seit Einführung des Bewertungsportals im Jahr 2011 habe es insgesamt 7169 Befragungen gegeben. 123.899 Schüler hätten daran teilgenommen. Zudem hätten sich seitdem 76 Schulleitungen eine Rückmeldung von ihrem Kollegium geben lassen.

kö