Der Vize-Chef der Berliner Feuerwehr, Karsten Göwecke, hat Schwierigkeiten mit der Bewältigung der Einsatzlage am Montag eingeräumt. Im Gespräch mit der Berliner Morgenpost sagte Göwecke, die Berliner Feuerwehr habe am Montag wegen des Glatteises mit 2100 Einsätzen das doppelte Pensum wie an einem normalen Tag bewältigen müssen. „Der extreme Anstieg der Einsatzzahlen war vergleichbar mit Situationen, wie wir sie sonst höchstens in der Silvesternacht kennen“, sagte der stellvertretende Landesbranddirektor. „Das war seit vielen Jahren einmalig“

Doch im Gegensatz zum von langer Hand geplanten Einsatz in der Silvesternacht habe am Montag die geringe Vorbereitungszeit auf die Wetterlage Schwierigkeiten gemacht. Die Warnung des Deutschen Wetterdienstes sei spät gekommen und frühzeitig wieder aufgehoben worden, sagte Göwecke. „Das hat zu einem gewissen Widerspruch mit dem realen Zustand auf der Straße geführt.“ Die Vorwarnlage habe nicht auf so ein extremes Ereignis hingedeutet, die schnelle Aufhebung der Warnung durch den Wetterdienst habe die weiteren Planungen für den Tag durcheinander gebracht. „Durch die Aufhebung war für uns zunächst nicht erkennbar, dass die Lage den ganzen Tag über so anhalten würde“, sagte Göwecke.

„Für jede Feuerwehr der Welt ein Problem“

Dem Wetterdienst die Schuld für das Chaos zuschrieben wolle er jedoch nicht. „Mit einer Vorwarnung können wir besser arbeiten, klar, aber die Berliner Feuerwehr muss auch in der Lage sein, auf die Situation ad hoc zu reagieren, das ist ja unser Tagesgeschäft und das können wir auch.“ Da Glätte im Januar nichts Ungewöhnliches sei, sei er aber überrascht gewesen, wie extrem die Einsatzzahlen nach oben geschnellt seien. „So ein Einsatzanstieg wäre für jede Feuerwehr der Welt ein Problem gewesen.“

Bis zu 1000 Kräfte waren laut Feuerwehr am Montag im Einsatz. Die Berufsfeuerwehr bekam Unterstützung von der Freiwilligen Feuerwehr, Bundeswehr, Johannitern, Malteser-Hilfsdienst, Arbeiter-Samariter-Bund und Rotem Kreuz. Auch zwei Rettungswagen der Polizei wurden bereit gestellt, weil die Rettungswagen der Feuerwehr nicht ausreichten. „Die Mitarbeiter waren alle mit großem Engagement im Einsatz", so Göwecke. "Wir haben ganz viele Dankes-Mails bekommen. Von den Einsatzkräften her hätte es nicht besser klappen können.“