Der Berliner Bürgermeister und Sportsenator Frank Henkel (CDU) wird an der Spitze einer fünfköpfigen Delegation zu den Olympischen Winterspielen nach Sotschi (Russland) reisen. Das bestätigte sein Staatssekretär Andreas Statzkowski auf Anfrage der Linken im Sportausschuss des Abgeordnetenhauses. Auf dem Programm der mehrtägigen Reise würden mehrere Gespräche mit russischen Sportfunktionären sowie Repräsentanten großer internationaler Sportverbände stehen. Henkel werde zudem am 13. Februar Gastgeber eines offiziellen Berlin-Empfangs im Deutschen Haus in Krasnaya Polyana sein. Das Deutsche Haus ist die offizielle Repräsentanz des Deutschen Olympischen Sport-Bundes. Laut Statzkowski entstehen durch die Sotschi-Reise dem Land Berlin Kosten in Höhe von 38.000 Euro.
Seit der öffentlichen Besuchsabsage von Bundespräsident Joachim Gauck sind Reisen deutscher Politiker zu den Winterspielen nach Sotschi umstritten. In der Kritik stehen vor allem die erheblichen Einschränkungen der Meinungs- und Demonstrationsfreiheit sowie die vom Staat verordnete Diskriminierung Homosexueller in Russland.
Linkenfraktion kritisiert hohen personellen Aufwand
Die Fraktion der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus kritisierte zudem den hohen personellen Aufwand der Reise im Vergleich zu den wenigen Sportlern aus der Hauptstadt, die in Sotschi sein werden. Nach dem aktuellen Stand werden wohl nur etwa zehn Berliner Mitglieder des deutschen Olympiateams sein. Bei den anschließenden Paralympics der behinderten Sportler wird voraussichtlich gar kein Berliner dabei sein.
Staatssekretär Statzkowski betonte hingegen, wie wichtig für eine Sportmetropole wie Berlin der enge Kontakt zu den großen Wintersportverbänden sei. So werde die deutsche Hauptstadt Anfang 2016 Gastgeber der Eisschnelllauf-Weltmeisterschaft sein.
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