Seit Mittwoch sitzt Berlins bekanntester Intensivtäter wegen einer Serie von Verkehrsstraftaten und Raubes auf der Anklagebank. Zu Beginn des Prozesses vor dem Berliner Landgericht sagte der als „Mahmoud“ bekannt gewordene Angeklagte Nidal R.: „Ich möchte mich nicht äußern“.
Im Prozess vor dem Berliner Landgericht wirft die Staatsanwaltschaft dem 31-Jährigen eine Serie von Autofahrten unter Alkohol und Drogen vor, die im Zeitraum zwischen November 2012 und Juni 2013 begangen haben soll. Dabei wurden zwei Verkehrsteilnehmer verletzt.
Als Höhepunkt rücksichtsloser Fahrten ohne Führerschein hat die Staatsanwaltschaft den 30. Juni 2013 ermittelt. An dem Tag soll der 31-Jährige morgens in Berlin-Schöneberg unter Einfluss von Drogen und Alkohol sechs Autos gerammt und die Insassen von zwei Fahrzeugen verletzt haben.
Fahrzeug angeblich frontal gerammt
Auf der Flucht vor der Polizei soll der Angeklagte mit ungeklärter Staatsangehörigkeit das Fahrzeug des einen Autofahrers frontal gerammt haben, um seinen Weg freizubekommen. Insgesamt wurde ein Sachschaden von mehr als 40.000 Euro ermittelt.
Am 9. November soll der vielfach vorbestrafte Berliner zudem mit zwei Komplizen einen Mann auf einem U-Bahnhof in Neukölln geschlagen und um eine Halskette sowie hundert Euro beraubt haben. Einer der mutmaßlichen Mittäter hat im Prozess sein Aussagerverweigerungsrecht in Anspruch genommen.
Nach Angaben von Gerichtssprecher Tobias Kaehne sind seit dem 15. Lebensjahr des Angeklagten libanesischer Herkunft 18 Einträge im Bundeszentralregister eingetragen. Bis zu seiner letzten Haftentlassung im Juni 2011 habe der damals 29-Jährige zehneinhalb Jahre im Gefängnis gesessen. Er sei unter anderem wegen Körperverletzung, Beleidigung, Bedrohung und Verkehrsstraftaten verurteilt worden. Bereits mit 14 Jahren war er sechs Monate in Untersuchungshaft, im Alter von 20 Jahren umfasste seine Strafakte bereits 80 Delikte. Die Abschiebung in den Libanon scheiterte 2004, weil der Mittelmeerstaat sich weigerte, Nidal R. aufzunehmen.
Im neuen Prozess sitzt der Intensivtäter wegen Raubes, Körperverletzung, Trunkenheitsfahrten ohne Führerschein, Unfallflucht und eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr auf der Anklagebank. Der berufslose Berliner befindet sich seit Juli 2013 in Untersuchungshaft.
dpa/jkw





