Rund 850.000 Besucher haben 2013 die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße und die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde besichtigt. Dies sei ein neuer Besucherrekord, teilte die Stiftung Berliner Mauer am Montag mit. Noch nie seien so viele Menschen innerhalb eines Jahres an die historischen Orte von Mauer und Teilung in Berlin gekommen, hieß es.

Das Gros der Besucher wurde dabei an der zentral gelegenen Mauergedenkstätte im Bezirk Mitte gezählt. Die im Süden Berlins liegende Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde wurde von 11.200 Menschen besucht. Die Gedenkstätte Berliner Mauer zähle damit zu den meistbesuchten und beliebtesten Gedenkstätten der Hauptstadt, hieß es bei der Stiftung. 2012 zählte die Einrichtung noch 700.000 Besucher.

Nach Umfragen der Stiftung kommen 43 Prozent der Besucher der Gedenkstätte Berliner Mauer aus dem Ausland. Schulklassen machten 40 Prozent der Interessenten aus. Knapp die Hälfte der Gedenkstätten-Besucher seien Umfragen zufolge Menschen, die sonst nicht häufig Museen besuchen.

Gedenkplakette für Peter Fechter

Am Dienstag wird nun auch an den erschossenen DDR-Flüchtling Peter Fechter mit einer Plakette an dessen früherem Wohnhaus in Berlin-Weißensee erinnert. Die Gesobau AG wird sie anbringen, wie die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) mitteilte.

Der 18-jährige Fechter war am 17. August 1962 bei einem Fluchtversuch von DDR-Grenzsoldaten angeschossen worden und unter den Augen der Welt verblutet. Die Grenzer bargen ihn erst nach einer knappen Stunde. West-Berliner Polizisten standen hilflos auf der Mauerkrone und warfen dem Sterbenden Verbandszeug zu. Ein Kameramann filmte die Tragödie zufällig. Fechter wäre am 14. Januar 70 Jahre alt geworden.

Das Engagement des Wohnungsunternehmens sei vorbildlich, lobte der Vorsitzende der UOKG, Rainer Wagner. Fechters Tod stehe „weltweit als Symbol für alle Maueropfer und für das Leid, das die deutsche Teilung den Menschen in Ost und West gebracht hat“. Die Union versteht sich als Dachverband der SED-Opfer. Sie bekräftigte ihre Forderung, einen Teil der Berliner Zimmerstraße nach Peter Fechter zu benennen und ihm ein Ehrengrab zu gewähren.

epd/dpa/sh