Die Berliner Polizei wird künftig enger mit brandenburgischen Kollegen zusammenarbeiten, um Wohnungseinbrüche zu bekämpfen. Das kündigte Polizeipräsident Klaus Kandt am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses an. „Die Täter machen nicht an der Stadtgrenze halt.“
Schon seit Jahren registriert die Behörde, dass Einbrüche in Einfamilienhäuser vornehmlich von straff organisierten und hoch spezialisierten Banden verübt werden, für die auch aufwendige Sicherheitsvorkehrungen kein wirkliches Hindernis sind. Schnell zuschlagen und verschwunden sein, bevor der Polizei etwas auffällt, so lautet die Strategie der Banden.
Nach wie vor seien gerade Einfamilienhäuser stark im Visier der Täter. 2013 ist die Zahl der Einbrüche in Villen und Häuser um knapp drei Prozent auf rund 2600 Fälle gestiegen, im Vergleich zu 2523 in 2012. Verantwortlich für die Delikte seien nach Angaben der Polizei vor allem professionelle Einbrecher, die oft in Banden unterwegs sind.
Banden-Anführer sollen Einbrüche vor Ort steuern
Es gebe Anhaltspunkte, dass Banden-Anführer mit den Einbrechern mitreisten und im Hintergrund agierten, sagte Kriminaloberrat Karsten Gillert von der Berliner Polizeidirektion II. Die Banden seien außerdem ein „gemischtes Klientel“. Manche Mitglieder kommen aus Nachbarländern, andere aus dem Berliner Umland, so Gillert weiter. Um die Verbrecher besser bekämpfen zu können, soll im laufenden Jahr auch die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen wie Europol intensiviert werden.
Unterdessen ist die Zahl der Einbrüche in Wohnungen in Berlin entgegen dem Bundestrend im vergangenen Jahr gesunken. 2012 registrierte die Polizei noch 9768 Wohnungseinbrüche. 2013 waren es nur noch knapp 9000. Dies entspricht einem Rückgang von rund acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Innensenator Frank Henkel (CDU) nannte das eine „Trendumkehr“ – nach einer steigenden Zahl von Fällen in den Vorjahren.
Vorbeugung lohnt sich
Dabei sind es fast immer Kleinkriminelle, die in Wohnungen einsteigen. Dagegen können Eigentümer und Mieter etwas tun. Einbruch-Experte Gillert verwies auf die kostenlose Präventions-Beratung der Polizei – im vergangenen Jahr wurden etwa 6000 entsprechende Gespräche geführt. Und er gibt einfache Tipps: „Schon das Abschließen der Haustür kann zehn Prozent der Einbrüche verhindern“, so Gillert. Auch sollten Fenster beim Verlassen der Wohnung nicht gekippt und damit einen Spalt geöffnet sein. Dass sich Vorbeugung auszahlt, zeigen wiederum die Zahlen: So blieb es 2012 in immerhin 38 Prozent der Einbrüche beim Versuch.
Innensenator Frank Henkel (CDU) betonte: „Die aktuellen Zahlen sind kein Grund zum Jubeln. Aber sie zeigen, dass unsere Maßnahmen greifen.“ Die Polizei hat im vergangenen Jahr verschiedene zusätzliche Maßnahmen zur Bekämpfung von Einbrechern unternommen. So wurden unter anderem in den Fachkommissariaten operative Einheiten geschaffen, um Täter auf frischer Tat zu fassen.
In Berlin arbeite die Polizei eng vernetzt mit der Justiz. Im Vorjahr wurden knapp 200 mutmaßliche Einbrecher festgenommen, rund 80 erhielten Haftbefehle. Angestrebt werden schnelle Verurteilungen. Die Aufklärungsquote bei Einbrüchen liegt aktuell bei etwas über 6,1 Prozent.





