Die Berliner Charité hat am Freitag den Generalunternehmer für ihr größtes Bauprojekt, die Sanierung des Bettenhochhauses und den Neubau des OP-Traktes am Standort Mitte, bekannt gegeben.

Der Baukonzern Züblin aus Stuttgart und die in Wien ansässige Vamed werden die große Aufgabe gemeinsam übernehmen, die Arbeitsgemeinschaft ging als Sieger aus einer europaweiten Ausschreibung hervor. Vamed ist ein weltweit tätiger Spezialist für den Bau, die Erneuerung und den Betrieb von Infrastruktur in Krankenhäusern.

Der Etat für das Projekt wurde um 17,5 Millionen auf 202,5 Millionen Euro erhöht, weil sich im Vergabeverfahren kein Bieter gefunden hatte, der es zu dem mit dem Senat vereinbarten Preis umsetzen wollte.

Die Verträge sollen am Dienstag kommender Woche unterzeichnet werden, sagte Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums. Dann startet die Sanierung offiziell.

Allerdings wurde bereits Ende vergangenen Jahres mit dem Abbau von Leitungen, etwa für Sauerstoff, Heizung und Strom, begonnen. Nun werde die Baustelle eingerichtet, dafür würden auch etliche Container angeliefert, sagte Christian Kilz, Leiter des Baumanagements der Charité.

Das führt voraussichtlich zu Verkehrseinschränkungen im Bereich Luisenstraße. Anschließend, so Kilz, fänden Arbeiten im Innern des Hochhauses statt, dort würden Installationen und Einbauten entfernt. Diese Phase soll vier bis sechs Wochen dauern.

Ende 2016 soll alles fertig sein

Die Arbeiten sind auf drei Jahre angelegt, bis Ende 2016 soll die Sanierung abgeschlossen sein. Im Bettenhochhaus werden Vierbett- zu Zweibettzimmern umgebaut. Es wird dort bei gleichbleibender Zimmerzahl etwa ebenso viele Betten geben wie bisher.

Die neuen Zimmer bekommen größere Bäder, eine neue Lichtausstattung und größere Fenster. Alle Betten können von den Patienten elektrisch verstellt werden. An jedem Bett wird ein Terminal installiert, von dem aus Telefon, TV, Internet und die Kommunikation mit der Station gesteuert werden können. „Nun zieht der Krankenhausstandard des 21. Jahrhunderts ein“, freute sich Einhäupl. Saniert wird auch die Fassade des Hochhauses.

An dessen Rückseite wird ein Gebäude mit Operationssälen, Intensivstationen und neuer Rettungsstelle errichtet. Die Zahl der OP-Säle wird von 18 auf 15 reduziert. Zwei werden als sogenannte Hybrid-Säle ausgestattet, die eine Verbindung von Operationssaal und Einrichtungen zu bildgebenden Verfahren wie CT oder MRT ermöglichen. Die Zufahrt zur Rettungsstelle soll künftig über die Hessische Straße erfolgen.