Lkw gegen Radfahrer oder Fußgänger, diese Konstellation erweist sich bei Verkehrsunfällen in Berlin immer wieder als tödlich. Nach einem derartigen Unfall am Mittwochvormittag in Plänterwald ist ein weiteres Todesopfer zu beklagen, es war die erste tote Radfahrerin in diesem Jahr.

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, war die 79 Jahre alte Radfahrerin gegen 9.30 Uhr an der Köpenicker Landstraße unterwegs. An der Kreuzung Dammweg wollte sie die Fahrbahn überqueren und gelangte zunächst auf den Mittelstreifen der Köpenicker Landstraße, um dort den Gegenverkehr abzuwarten. Danach überquerte sie auch den zweiten Teil der Fahrbahn, übersah dabei allerdings einen aus dem Dammweg einbiegenden Lkw. Da auch dem 43 Jahre alten Fahrer beim Abbiegevorgang die vollständige Sicht versperrt war, wurde die Seniorin von dem schweren Fahrzeug erfasst und zu Boden geschleudert. Dabei zog sie sich eine schwere Kopfwunde zu.

Köpenicker Landstraße stundenlang gesperrt

Zeugen des Geschehens alarmierten die Rettungskräfte der Feuerwehr. Doch trotz aller Bemühungen eines Notarztes erlag die 79-Jährige noch am Unfallort ihren schweren Verletzungen. Der Fahrer des Lkw erlitt einen schweren Schock und kam zur Behandlung in ein Krankenhaus. Der Verkehrsdienst der Polizeidirektion 6 hat die Ermittlungen übernommen. Während der umfangreichen Bergungs- und Ermittlungsarbeiten war die Köpenicker Landstraße in Richtung stadtauswärts für mehr als vier Stunden gesperrt. Erst gegen 13 Uhr floss der Verkehr wieder.

Hauptauslöser für Unfälle zwischen Lkw und Radfahrern oder Fußgängern ist der berüchtigte „tote Winkel“. Beim Abbiegen hat der Lkw-Fahrer im Außenspiegel für einen kurzen Moment nur begrenzte Sicht. Dadurch kommt es immer wieder zu schweren, häufig tödlichen Unfällen. Auch die kurzzeitige Unachtsamkeit von Fußgängern und Radfahrern spielt oft eine Rolle.