Urteil

Abiturientin überfahren - Raser kommt mit Bewährung davon

Beim Einsteigen ins Taxi ist eine 19-Jährige im September 2012 überfahren worden. Der Unfallfahrer war mit überhöhter Geschwindigkeit und ohne Führerschein unterwegs. Nun bekommt er eine Jugendstrafe.

Nach dem tragischen Unfalltod einer Abiturientin ist ein Autofahrer am Mittwoch vom Berliner Landgericht zu 22 Monaten Jugendstrafe mit Bewährung verurteilt worden. Der inzwischen 20-Jährige hatte die Abiturientin mit mindestens 60 Stundenkilometern erfasst, als sie in der Nacht zum 15. September 2012 im Stadtteil Friedrichshain in das Taxi steigen wollte. Er hatte keinen Führerschein.

Die 19-Jährige kam aus einer Diskothek und wollte mit dem Taxi sicher nach Hause fahren. Sie wollte gerade auf der Fahrradspur in das Taxi steigen, als der Wagen sie erfasste. Die angehenden Studentin wurde gegen einen Mast geschleudert und tödlich verletzt. Ihr Begleiter erlitt schwere Verletzungen.

Zwillingsbruder mitverurteilt

Zugunsten des Berliners wertete das Jugendgericht, dass der Taxifahrer abrupt gebremst habe und auf den Fahrradstreifen wechselte, um die Fahrgäste aufzunehmen. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, sei der damals 19-jährige Angeklagte auch nach rechts herübergezogen. Der Unfall wäre aber vermeidbar gewesen, wenn sich der Autofahrer an die zulässige Geschwindigkeit gehalten hätte.

Das Gericht bezog eine Reihe anderer Straftaten, die der Berliner zum Teil gemeinsam mit seinem Bruder begangen hatte, in das Urteil ein. Der Zwillingsbruder erhielt 16 Monate Jugendstrafe mit Bewährung. Er saß bei dem Unfall mit im Wagen. Die Geschwister müssen jeweils 150 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Damit solle ihnen vor Augen geführt werden, was sie getan haben, argumentierte der Richter.