Seit dem 1. Januar müssen die Berliner mehr für ihr Schwimmbad bezahlen. Der Eintrittspreis steigt von 4,50 auf 5,50 Euro. Ohne einen kräftigen Zuschuss des Landes würden die Preise in der Stadt allerdings noch stärker in die Höhe klettern. Um die Kosten für Energie, Personal oder den Unterhalt der Einrichtungen zu decken, subventioniert das Land mit dem Geld der Steuerzahler die Eintrittspreise unterschiedlich stark. Den Bürgern kommt so über die Zuschüsse ein guter Teil ihrer Abgaben wieder zugute.

Die Berliner Morgenpost dokumentiert einige Beispiele, errechnet durch die Finanzverwaltung unter Senator Ulrich Nußbaum (parteilos für SPD).

Die Berliner Bäderbetriebe erhielten 2012 einen Zuschuss von 8 Euro pro Besucher. Bei rund 5,57 Millionen Besuchern flossen so im vergangenen Jahr insgesamt 45 Millionen Euro in die Berliner Schwimmbäder.

Das Land bezuschusste den Tierpark Friedrichsfelde im vorigen Jahr mit 6,26 Euro pro Besucher. Das waren bei rund 970. 000 Besuchern 6,07 Millionen Euro. Derzeit kostet der Eintritt in den flächenmäßig größten Zoo Europas elf Euro. Davon kann der defizitäre Tierpark längst nicht seine Kosten decken.

Hohe Zuschüsse für Opern

Auch die Besucher des Friedrichstadtpalastes profitieren von den Steuereinnahmen. Für die aktuelle Revue „Berlin erleuchtet“ zahlen die Besucher zwischen rund 27 und 100 Euro für die Karten zahlen. 2012 wurde jeder der 445 388 Besucher des Revue-Theaters mit 18,02 Euro bezuschusst – insgesamt flossen acht Millionen Euro.

Der Berliner Senat fördert im Bereich der Darstellenden Künste insgesamt 27 Bühnen und Ensembles institutionell, darunter vier Opernhäuser, drei Ballett- und Tanzkompanien, drei Kindertheater und mit dem Friedrichstadt-Palast Europas größte Showbühne. Dafür stehen jährlich über 215 Millionen Euro Verfügung.

Sehr hohe Zuschüsse fließen traditionell in die sogenannte E-Kultur. Anderenfalls könnte sich kaum jemand mehr einen Opernbesuch leisten. Die Karten kosten zwischen 14 und 250 Euro an der Staatsoper Unter den Linden und zwischen 17 und 162 Euro an der Deutschen Oper an der Bismarckstraße.

So wurde 2012 jeder der 218.179 Besucher der Deutschen Oper mit 180,78 Euro bezuschusst. Das waren immerhin rund 39,27 Millionen Euro. Der höchste Zuschuss mit 240,30 Euro kam der Staatsoper für jeden ihrer 188.926 Besucher zugute, insgesamt 45,4 Millionen Euro. Berlin bezuschusst seine Opernstiftung mit jährlich etwa 120 Millionen Euro. Die unter dem Dach einer Generaldirektion vereinten, künstlerisch unabhängigen Opernhäuser und das Staatsballett erreichen mit ihren Aufführungen jedes Jahr zwischen 650.000 und 700.000 Besucherinnen und Besucher.

Die Freien Theater- und Tanzensembles fördert der Berliner Senat mit zurzeit jährlich 8,6 Millionen Euro. Davon fließen 4,1 Millionen Euro in eine vierjährige Konzeptförderung. 4,5 Millionen stehen für Einzelprojektförderung, die neue Einstiegsförderung, die zweijährige Basisförderung sowie ein- und zweijährige Spielstättenförderung zur Verfügung.

Sehr gemäßigt fällt mit fünf Euro der Eintritt ins Stadtmuseum Berlin aus. Dafür ist der Zuschuss mit 64,08 Euro je Besucher mehr als dreimal so hoch. Bei 178.111 Besuchern erhielt das Stadtmuseum im zu Ende gegangenen Jahr rund 11,41 Millionen Euro vom Senat.

Etwa 20 Millionen Euro im Jahr steuerte das Land zum Betrieb und Unterhalt seiner Zentral- und Landesbibliothek bei. Das bedeutete einen Zuschuss von 16,90 Euro für jeden der knapp 1,2 Millionen Besucher in 2012. Anderenfalls müsste die Gebühr von 10 Euro im Jahr für einen Bibliotheksausweis weitaus höher liegen. Um den öffentlichen Nahverkehr zu sichern, gab Berlin im vergangenen Jahr pro Fahrgast 41 Cent aus. Insgesamt fielen für den Regional- und S-Bahn-Verkehr und den innerstädtischen ÖPNV mit den Verkehrsmitteln U- Bahn, Straßenbahn, Bus und Fähren rund 551 Millionen Euro an. Zusätzlich wurden rund 140 Millionen Euro vor allem für den Ausgleich betriebsfremder Leistungen oder als Ersatz für Fahrgeldausfälle für Menschen mit Behinderung mit Freifahrt gewährt.

Milliarden für Kitas

Die Betreuung von 127.798 Kinder in Kitas und Krippen wird mit 1,17 Milliarden Euro bezuschusst. Für die Krippe halbtags zahlen die Eltern durchschnittlich 29 Euro monatlich ohne den Essensbeitrag. Das Land gibt pro Platz 597 Euro dazu. Eine ganztägliche Krippenbetreuung kostet die Eltern 99 Euro im Monat, das Land noch mal 749 Euro pro Platz.

Ein weiteres Beispiel aus den Berechnungen der Finanzverwaltung: Für den Unterricht pro Schulplatz in einer Grundschule gab Berlin im vergangenen Jahr 4186 Euro aus. Ein Berufsschulplatz kostete 4547 Euro.

BM, dpa