Im Fall des Geldtransport-Überfalls am Tauentzien in der Berliner City West haben sich bei der Polizei bislang 20 Zeugen gemeldet. Nach Angaben einer Sprecherin seien mindestens zehn von ihnen bereits vernommen worden. Eine heiße Spur habe sich daraus bislang allerdings nicht ergeben, die Ermittlungen seien im vollen Gange.
Wie berichtet hatten Unbekannte am Montagabend gegen 18 Uhr den Transporter überfallen und Beute gemacht, bevor sie in einem Fluchtfahrzeug entkamen. Ein Ermittler widersprach gegenüber der Berliner Morgenpost dem Gerücht, dass die Täter nur 250 Euro erbeutet hätten. Es sei wesentlich mehr, eine genaue Summe wurde allerdings nicht genannt.
Mittlerweile konnte der Hergang des Coups weitgehend rekonstruiert werden. Zwei Männer hatten der Besatzung des Transportunternehmens aufgelauert und sie mit mehreren Schusswaffen bedroht, als sie gerade Einnahmen aus dem Modegeschäft Peek & Cloppenburg in ihr Fahrzeug luden. Sie erbeuteten einen Geldkoffer und einen Behälter für Münzgeld.
Anschließend flüchteten Männer zur Passauer Straße, wo ein Komplize in einem weißen Alfa Romeo auf sie wartete und aufnahm. Dieser Wagen stand wenig später an der Wexstraße im Bereich der Stadtautobahn ohne Kennzeichen in Flammen. Die Bande wollte offenbar so ihre Spuren verwischen.
Fluchtauto gehörte einem Berlin-Touristen
Intensive Ermittlungen der Polizei haben inzwischen ergeben, dass der Alfa Romeo bereits im November des vergangenen Jahres in Berlin gestohlen worden war. Er gehörte einem Berlin-Besucher.
Der Polizei spielt bei der Untersuchung in die Hände, dass der Innenstadtbereich am Montag vor Weihnachten durch einkaufende Berliner als auch durch Touristen stark besucht war. Einem Beamten zufolge gibt es daher auch mehrere Aufnahmen, die Zeugen des Raubüberfalls spontan mit ihren Handys gemacht haben.
Diese würden derzeit beim Landeskriminalamt ausgewertet. Über die Qualität der Sequenzen wurden zunächst keine Angaben gemacht, es wird aber nicht ausgeschlossen, dass sich die Polizei in den kommenden Tagen mit einer Öffentlichkeitsfahndung an die Berliner wendet.
Nach bisherigen Erkenntnissen könnte es sich bei den Tätern um Deutsche handeln. Eine Zeugin hatte mitbekommen, wie sich die beiden Räuber auf deutsch unterhielten. Dennoch ist eine Identifizierung schwer, weil die Männer maskiert waren. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.







