Eine Obduktion soll klären, wie ein Jugendlicher in Berlin auf einem Güterbahnhof in Prenzlauer Berg ums Leben gekommen ist. Ein 19-jähriger Begleiter des Verunglückten schilderte der Polizei, er habe plötzlich einen Knall gehört und einen Lichtblitz gesehen. Danach sei der 15-Jährige vom Waggon gefallen.

Es gebe keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden. Warum der 15-Jährige auf dem Gelände war, sei noch unklar. Ersten Erkenntnissen zufolge war der 15-Jährige auf einen Kesselwagen in der Greifswalder Straße geklettert und hatte einen Stromschlag bekommen. Bei der Feuerwehr war zunächst ein Alarmruf wegen eines brennenden Kesselwagens eingegangen. Vor Ort mussten die Einsatzkräfte jedoch feststellen, dass ein Mensch brannte. Ein hinzugerufener Notarzt konnte nichts mehr für den Jungen tun, der noch am Unglücksort starb.

Entgegen ersten Meldungen ist der 15-Jährige offenbar nicht direkt mit der unter Hochspannung stehenden Oberleitung in Berührung gekommen. Er kam ihr allerdings so nahe, dass ein so genannter Lichtbogen entstand, über den der Starkstrom den Körper des Jugendlichen schoss. 1,50 Meter, näher sollte man einer Oberleitung nicht kommen, andernfalls bestehe akute Lebensgefahr, sagte Bahn-Sprecher Holger Auferkamp.

Zugverkehr unterbrochen

Augenzeugen zufolge soll der Lichtbogen so stark gewesen sein, dass die Oberleitung riss. Das hatte allerdings keine Auswirkungen auf die benachbarten Gleise der S-Bahn. Dennoch war der Zugverkehr der Linien S41, S42, S8 und S9 zeitweise unterbrochen.

Schon am 17. Mai war ein neunjähriger Junge auf dem Güterbahnhof auf einen Wagen geklettert und durch einen Stromschlag schwer verletzt worden.

BM