Die Zahl alter und kranker Berliner mit staatlichen Zuwendungen ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. 2012 erhielten rund 67.000 Berliner die so genannte Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, im Jahr zuvor waren es noch rund 4000 Menschen weniger gewesen. Das geht aus dem aktuellen Statistischen Jahrbuch für Berlin hervor. 2012 war fast jeder zweite Betroffene (rund 32.000) voll erwerbsgemindert und jünger als 65 Jahre.
Die Grundsicherung soll Altersarmut von Rentnern auffangen und Menschen helfen, die aus medizinischen Gründen dauerhaft ihren Lebensunterhalt nicht durch Arbeit bestreiten können.
Jeder fünfte Berliner von Armut bedroht
Mehr als jeder fünfte Berliner ist von Armut bedroht. Mit einer Armutsquote von 21,2 Prozent der Bevölkerung liegt die Hauptstadt deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 15,2 Prozent, Tendenz steigend: 2008 waren es in Berlin noch 18,7 Prozent gewesen. Das geht aus dem Armutsbericht 2013 hervor, den die Nationale Armutskonferenz und der Paritätische Wohlfahrtsverband im Dezember in Berlin vorlegten. Die Kluft zwischen armen und reichen Ländern geht danach immer stärker auseinander, schreiben die Autoren. Besonders stark betroffen ist Bremen mit einer Armutsquote von 23,1 Prozent. In Baden-Württemberg und Bayern hingegen sind nur gut 11 Prozent von Armut bedroht.
Auch Brandenburg ist betroffen. Dort können rund 68.000 Arbeitnehmer nicht von ihren Löhnen leben und müssen mit Sozialleistungen aufstocken. Das ist etwa jeder elfte Beschäftigte. Das geht aus dem Arbeitsmarktbericht 2012/2013 hervor, den das Arbeitsministerium am Donnerstag in Potsdam veröffentlichte. Im Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes vom selben Tag wird vor dieser Entwicklung gewarnt. Die Armut in Brandenburg wachse schneller als im Bundesdurchschnitt. Nahezu ein Fünftel der Brandenburger gelte als arm. Eine Ursache sei der wachsende Niedriglohnbereich.
dpa/BM/seg



