Die autoritäre Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan hat Vorwürfe zurückgewiesen, dass die Präsidentenfamilie in Deutschland gestohlene Luxus-Limousinen fährt. „Das ist ein Versuch, dem Image Tadschikistans einen Schlag zu verpassen“, sagte Außenamtssprecher Abdulfajs Atojew am Freitag vor Journalisten in der Hauptstadt Duschanbe. Er betonte zugleich, die Behörden des zentralasiatischen Landes prüften die „unglaubwürdigen“ Berichte. Der tadschikische Botschafter in Berlin, Imomuddin Sattorow, sprach in einem Radiointerview von einer „Provokation“.

Es sei verwunderlich, dass die Fahrzeuge nicht bereits auf ihrem Weg durch mindestens fünf andere Staaten sichergestellt worden seien, sagte Sattorow dem tadschikischen Dienst von Radio Liberty. Er warf den deutschen Behörden vor, ihre Kollegen nicht informiert zu haben. Andernfalls wären die Limousinen nie in dem verarmten Hochgebirgsland nördlich von Afghanistan registriert worden.

Präsidenten-Klan soll gestohlene Autos fahren

Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) und das Auswärtige Amt versuchten bisher erfolglos, die Autos zurückzubekommen, wie eine Sprecherin des Senators am Vortag gesagt hatte. Die Ermittlungsgruppe „Westwind“ der Berliner Kriminalpolizei hatte zahlreiche Autos per GPS-Ortung im zentralasiatischen Tadschikistan aufgespürt. Die meisten der Limousinen sollen nach eine Bericht der „Bild“-Zeitung von Freunden und Familienangehörigen des Präsidenten der zentralasiatischen Republik, Emomali Rachmon, gefahren.

BM