In den vergangenen Tagen hat die Polizei bei Verkehrskontrollen eine erschreckend hohe Zahl von Fahrern festgestellt, die entweder betrunken, unter Drogeneinfluss oder erst gar keinen Führerschein hatten.
Der schwerste Fall ereignete sich am Montagabend: In Neukölln hielten Beamte einen Mercedes an, um Auto und die Insassen im Alter von 18, 19 und 20 Jahren zu kontrollieren. Der Fahrer gab sofort freimütig zu, dass er keine Fahrerlaubnis hat. Eine Personenabfrage ergab dazu, dass die Sperrfrist bis zur Erlangung einer neuen Fahrerlaubnis erst in der vergangenen Woche von einem Gericht bis zum November 2014 verlängert worden war.
Ein ebenfalls durchgeführter Drogengtest bei dem Fahrer verlief positiv. Auch der Mercedes war nicht „sauber“. Nach dem Fahrzeug wurde gefahndet. Grund: keine Haftpflichtversicherung. Die Kennzeichen waren gestohlen. Zum Schluss stellten die Beamten noch fest, dass alle drei Insassen im Besitz gestohlener Handys waren.
74 Betrunkene, 73 unter Drogen, 41 ohne Führerschein
Das Ereignis fügt sich nahtlos in die erschreckende Bilanz umfangreicher Verkehrskontrollen, die die Berliner Polizei am Wochenende vorgenommen hatte. Von Freitag bis Sonntag wurden bei der Schwerpunktaktion im gesamten Stadtgebiet 7596 Fahrer kontrolliert. 74 von ihnen waren erkennbar stark betrunken, der höchste gemessene Wert lag bei 2,3 Promille, zahlreiche weitere hatten mehr als 1,1 Promille „intus“. Weitere 73 Fahrer standen unter dem Einfluss von Drogen. Allen wurde die Weiterfahrt untersagt. Die Betroffenen müssen mit Führerscheinentzug und empfindlichen Geldbußen rechnen.
Darüber hinaus wurden bei den Kontrollen 41 Fahrer angetroffen, die erst gar keinen Führerscheins hatten. Bei 21 Fahrzeugen bestand kein Versicherungsschutz. In weiteren 1204 Fällen fertigten die Beamten Ordnungswidrigkeitenanzeigen, weil die Fahrer gegen sonstige Verkehrsvorschriften verstoßen hatten.
An dem Wochenende, an dem die Kontrollen stattfanden, kam es zudem zu zwei schweren Unfällen, bei denen Menschen ums Leben kamen. In beiden Fällen waren die Fahrer angetrunken.
So hatte ein 26 Jahre alter BMW-Fahrer auf der Stadtautobahn in Steglitz einen Wagen berührt und Fahrerflucht begangen. Dabei rammte er einen Polo, dessen 44 Jahre alte Fahrerin dabei getötet wurde.
Am Sonnabend hatte ein BMW-Fahrer in Niederschöneweide einen 28-Jährigen erfasst. Das Unfallopfer starb wenig später im Krankenhaus.
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