Im laufenden Schuljahr nehmen insgesamt 168.640 Schüler am freiwilligen Religions- und Weltanschauungsunterricht an den allgemein bildenden Schulen teil. Der größte Anteil entfällt mit 78.735 Schülern – das entspricht einem Viertel aller Schüler – auf den evangelischen Religionsunterricht. 55.559 Schüler (17,1 Prozent) besuchten den Lebenskundeunterricht und 24.188 Schüler (7,5 Prozent) nahmen am katholischen Religionsunterricht teil.
„Die konstante Teilnahmequote am Religions- und Weltanschauungsunterricht zeigt, dass sich diese freiwilligen Angebote gut etabliert haben“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Während die Teilnahmequote in den Grundschulen bei 76,6 Prozent liegt, beträgt sie in der Mittelstufe noch 26,8 Prozent und in der Oberstufe bei 13,3 Prozent.
Die stärkste Beteiligung gibt es nach Angaben der Bildungsverwaltung mit 61,4 Prozent im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, während in Marzahn-Hellersdorf lediglich jeder dritte Schüler am Religionsunterricht teilnimmt. An den privaten Schulen beteiligen sich 71,3 Prozent der Schüler am Religions- und Lebenskundeunterricht, an den öffentlichen Schulen nur jeder zweite Schüler.
Größter Zuwachs bei den Humanisten
Im Vergleich zum vorhergehenden Schuljahr ist die Zahl der Teilnehmer zwar absolut um 1830 gestiegen, die Quote jedoch aufgrund der höheren Gesamtschülerzahl geringfügig um 0,2 Prozentpunkte gesunken. Beim humanistischen Lebenskundeunterricht gab es mit einem Plus von 1748 Schülern den größten Zuwachs, beim evangelischen Religionsunterricht erhöhte sich die Teilnehmerzahl um 480, während sie beim katholischen Religionsunterricht um 234 sank.
In Berlin und Brandenburg ist das Fach Religion im Unterschied zu anderen Bundesländern kein reguläres Unterrichtsfach, sondern eine freiwilliges Zusatzfach. Allerdings zahlt das Land 90 Prozent der anfallenden Personalkosten. Stattdessen ist in Berlin Ethik ein Pflichtfach, das einen Überblick über sämtliche Weltanschauungen bieten soll. Vor vier Jahren scheiterte ein Volksentscheid deutlich, der Religion als Pflichtfach an den Berliner Schulen durchsetzen wollte. Die Mehrheit der Berliner stimmte gegen die Änderung.
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