Bücher, Smartphones, Tablets und E-Reader: Vor allem diese Dinge werden in diesem Jahr unter den Weihnachtsbäumen in Deutschland liegen. Dafür muss sich heute niemand, der das nicht möchte, ins vorweihnachtliche Shoppinggetümmel stürzen. Selbst wer eine große Familie mit unterschiedlichen Ansprüchen beschenken will, kann diese Dinge bequem bei einem der etablierten Online-Händler bestellen und gleich an die richtige Adresse schicken lassen. Nett verpackt und mit Kärtchen versehen. Das ist einfach und praktisch, spart enorm viel Zeit und Schlepperei.

Wer seine Liebsten mit etwas ganz Speziellem überraschen will, muss ein bisschen intensiver suchen. Denn abgesehen von den beliebten Hightech-Spielzeugen spiegeln die Wunschlisten der Deutschen verstärkt die Sehnsucht nach der besonderen, persönlichen Aufmerksamkeit – etwas, das dem Beschenkten zeigt: „Hey, hier hat jemand wirklich dich gemeint!“

Erlebnisgeschenke im Trend

Wie wär’s zum Beispiel mit einer Iglu-Übernachtung für zwei oder einem Tandem-Sprung aus den Wolken? Erlebnisgeschenke wie romantische Dinners oder Kurztrips, exotische Koch-Events, Wellness-Tage oder Abenteuer-Ausflüge für große Jungs, wie in einem Hummer 1 offroad fahren oder eine Spritzfahrt im Ferrari, werden immer beliebter. Plattformen wie jollydays.de, mydays.de, meventi.de oder nolimits24.de haben sich auf solche Geschenkpakete spezialisiert.

Es geht aber auch schlichter. Für die Mehrheit spielt es kaum eine Rolle, wie teuer ein Geschenk ist, was zählt, ist eher die Zuwendung des Schenkenden, hat die Sparkasse jüngst in einer Umfrage herausgefunden. Doch gerade die Suche nach dem besonderen Geschenk kann Adventsgetümmel aufreibend sein. Auch hier hilft das Internet weiter. Denn egal in welchem Bereich und für welchen Geschmack – die virtuelle Weihnachtswelt offenbart nicht nur eine unendliche Vielfalt, sie ist auch Ideenbörse und Inspirationsquelle. Auf vielen Weihnachtsshopping-Seiten helfen Geschenke-Finder, passende Präsente für die Liebsten, Eltern, Freunde oder die Kinder zu entdecken.

Selbstgebasteltes als echter Geschenke-Renner

Dass sich in unserer schnellen Technikwelt dabei ausgerechnet Selbstgebasteltes als Renner erweisen könnte, hätte vor einigen Jahren wohl kaum jemand gedacht. Doch Niedliches wie die Smartphone-Tasche „Nerdbär“ aus Filz von Canufactum, Zartes wie eine mundgeblasene Glasperle, gefüllt mit echten Pusteblumen als Kette von der Villa Sorgenfrei, oder Lustiges wie das ZipZap Hampeltier „Fuchs“ aus Pappelholz von zenzi design können Teenies, beste Freundinnen und Kinder durchaus begeistern. Die Unternehmerin Claudia Helming war immer beeindruckt, was kreative Berliner alles so herstellen, und bedauerte, dass man diese witzigen, oft ausgefallenen Dinge so schwer findet. Vor sieben Jahren gründete sie mit ihrem Partner in ihrem Wohnzimmer in Mitte den Online-Marktplatz für Unikate und Selbstgemachtes, DaWanda.com. Aus anfangs 100 Händlern sind inzwischen 230.000 mit etwa vier Millionen Produkten geworden, der Umsatz hat sich allein im vergangenen Jahr von 50 auf 100 Millionen Euro verdoppelt, sagt sie. „Das Weihnachtsgeschäft läuft gut an“, so Helming. „Wir machen im November/Dezember etwa 40 Prozent unseres Jahresumsatzes.“ Schmuck, Dekoartikel und Accessoires gehen besonders gut. Sie setzt bei DaWanda nicht nur auf Kreativ-Ideen. Auf ihrer Plattform finden sich die Gesichter der Menschen, die hinter Da Wanda stehen, konkrete Ansprechpartner, die aktiv werden, falls ein Geschäft mit einem der Händler einmal schiefläuft.

Doch auch wer selbst kreativ sein will, kann das vom Sofa aus erledigen und zum Beispiel bei chocri.de, dem Berliner „Onlineshop zum Erstellen individueller Schokoladen“, für seine Lieben besondere Pralinen und Schokoladen kreieren – als klassische Tafel, als Herz oder Stern.

26 Millionen Bundesbürger online auf Geschenkejagd

Wer ungefähr die Richtung kennt, in die es gehen soll, kann im Netz auch echte Schnäppchen machen. Neben den etablierten Online-Riesen wie Amazon, Otto, Ebay und Zalando bieten immer mehr Online-Outlets für Elektronik, Mode, Spielzeug, Sport, Möbel, Design und Accessoires Restposten bekannter Marken zu günstigen Preisen an. Vom Discounter bis zum Luxusportal. Vente.privee.com etwa, ein angesehenes französisches Online-Unternehmen, arbeitet nach diesem Prinzip und bietet ausgewählte Marken immer für einige Tage an. Beim Kauf von Elektronik-Geräten ist der Online-Service besonders praktisch, wegen des direkten Preisvergleichs und der Möglichkeit, auch gleich noch schnell Testberichte und Bewertungen zu dem erwählten Smartphone oder Tablet zu studieren. Garantien und Kundenservice gibt es auch bei Online-Händlern. Und ist die Ware mangelhaft, passt oder gefällt sie einfach nicht, kann sie innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen, meist kostenlos, zurückgeschickt werden, das Geld wird erstattet.

Diese Vorteile haben nicht nur junge Kunden erkannt. Schon 2012 waren nach einer Umfrage des Hightech-Branchenverbands Bitkom die meisten Online-Shopper unter den 50- bis 64-Jährigen zu finden. 26 Millionen Bundesbürger seien in diesem Jahr online auf Geschenkejagd. Der Anteil am Gesamteinzelhandel wächst rasant, laut einer Prognose des Handelsverbandes werden 2013 39,8 Milliarden Euro Umsatz erwartet, 2012 waren es noch 27,6 Milliarden.

Online-Shopper sollten ins Impressum schauen

Völlig unbedarft sollte man seine Onlinekäufe allerdings nicht angehen, sagt Dorothea Kesberger von der Verbraucherzentrale Berlin. Neben dem seriösen Handel wächst im Internet auch die Kriminalität. Betrüger locken Schnäppchenjäger mit Angeboten von 30 bis 70 Prozent unter den üblichen Preisen in sogenannte Fake-Shops. Die Polizei warnt gerade in der Vorweihnachtszeit vor solchen höchst professionell aufgezogenen Phantomläden. „Kannte man im traditionellen Versandhandel meist die Anbieter, ist das im rasant wachsenden Online-Handel anders“, sagt Kesberger. „Wenn man den Anbieter nicht kennt, sollte man ins Impressum schauen: Gibt es eine Adresse oder nur ein Postfach?“ Auch der Name des Geschäftsführers, die AGB und der Eintrag ins Handelsregister sollten dort stehen, ergänzt Bitkom-Sprecher Maurice Shahd.

Um bösen Überraschungen bei Preis und Leistungen vorzubeugen, sollte man zudem die Artikelbeschreibung, Versandkosten und Lieferbedingungen genau studieren. Ein Gütesiegel wie Trusted Shops könne nicht schaden. Das kann man anklicken, um zu prüfen, ob der Anbieter wirklich mit der trustedshops-Seite verlinkt ist.

Vorsicht ist auch bei Vorkasse geboten. Wer den Händler nicht kennt, sollte sicherere Bezahlmethoden wählen, die über eine verschlüsselte Verbindung laufen. Im Zweifel kann man eine Firma jederzeit googlen, dann tauchen eventuell Foren mit Kunden, auf, die negative Erfahrungen mit dem Anbieter gemacht haben. Und wenn man zumindest einen Teil seiner Einkäufe so erledigt hat, steht einem unbeschwerten Spaziergang über den Weihnachtsmarkt und die festlich geschmückten Boulevards nichts mehr im Wege.