Unbekannte haben am frühen Freitagmorgen versucht, einen Geldautomaten am Leipziger Platz in Berlin-Mitte zu sprengen.

Gegen 4.50 Uhr hatten zwei Bankkunden die Polizei zum Tatort am Leipziger Platz gerufen. Die Männer wollten Geld abheben, um anschließend mit einem Taxi nach Hause zu fahren. Sie stellten beim Betreten der Filiale der Berliner Volksbank Gasgeruch fest und entdeckten eine gelbe Gasflasche neben einem der Geldautomaten. Es war offenbar bereits einiges Gas ausgeströmt. Die Täter hatten eine Explosion riskiert - und damit unschuldige Menschen, aber auch sich selbst erheblich gefährdet.

Bereits bei geringen Mengen ausgeströmten Gases kann in geschlossenen Räumen eine Gefährdung herrschen, selbst wenn keine akute Explosionsgefahr besteht. Die Glut einer brennenden Zigarette zum Beispiel hätte zum Entzünden des ausgetretenen Gases und somit zu schweren Verbrennungen führen können.

Die Polizei hat bei ihrem Eintreffen den Bereich sofort weiträumig abgesperrt, um eine Explosion zu vermeiden. Dadurch waren auch Zugänge zu umliegenden Bürogebäuden versperrt, Mitarbeiter mussten in sicherer Entfernung warten. Die Polizisten sicherten dann die Gasflasche und Spuren an einem Geldautomaten, die auf einen versuchten Raub oder die Vorbereitung einer Sprengung hindeuteten.

Der Berufsverkehr wurde durch die Sperrung nicht beeinträchtigt.

Inzwischen konnte wieder Entwarnung gegeben werden. Die Polizei hat die Gasflasche gesichert und abtransportiert. Polizisten begleiteten Mitarbeiter umliegender Büros zu den Gebäuden, die Sperrung wurde wieder aufgehoben.

Sonderkommission „Giro“ ermittelt

Ungeklärt ist, warum die mutmaßlichen Täter ihr Vorhaben aufgegeben haben. In den vergangenen Monaten sind in Berlin immer wieder Geldautomaten gesprengt worden. Zur Aufklärung der Taten gibt es eine Sonderkommission „Giro“.

In Magdeburg sprengten Bankräuber einen Geldautomaten und schossen auf die Polizei

Auch in Magdeburg in Sachsen-Anhalt machten sich Bankräuber an einem Geldautomaten zu schaffen - und sprengten ihn. Um an das Geld in dem Automaten einer Bankfiliale zu kommen, lösten die Täter kurz nach 3 Uhr eine enorme Sprengung aus. „Es sieht hier aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen“, sagte Polizeisprecher Andreas von Koß am Freitag.

Polizisten, die zufällig in der Nähe des Tatorts waren, überraschten die Täter offenbar. Die Räuber hätten dann sofort das Feuer eröffnet, hieß es. Die Beamten schossen zurück. Anschließend flüchteten die Täter in einem dunklen Wagen. Nach ihnen wird gefahndet. Von Koß sagte, dass keine Beamten verletzt worden seien. Allerdings stünden sie unter Schock und würden betreut.

Die Sprengung war so enorm, dass sogar Wände rissen

Der kleine Raum in einer Ladenzeile sei zu großen Teilen zerstört: Wände seien gerissen, Scheiben zerstört. Ermittler des Landeskriminalamts hätten Geldscheine gefunden. Wie viel die Täter erbeutet haben, sei bislang unklar. Weil es möglich ist, dass einer der Räuber verletzt wurde, telefonierte die Polizei am Freitag alle Krankenhäuser in der Umgebung ab.

Auch ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera konnte die Täter nicht ausfindig machen. Es wurde eine bundesweite Großfahndung eingeleitet. Die Polizei bat Zeugen um Hinweise, die das Fluchtauto auf dem Weg Richtung Autobahn 2 oder auf der Autobahn gesehen haben. Die Ermittler gehen von mindestens zwei Tätern aus.

Von Koß sagte, Sprengungen von Geldautomaten habe es in den zurückliegenden Monaten immer wieder in den ländlichen Gebieten des Bundeslandes gegeben. Dabei gingen die Täter mehr oder weniger brutal vor. „In dieser Art und Weise hatten wir das aber noch nicht“, sagte er.