Die Berliner Polizei hat in einem Mehrfamilienhaus im Wilmersdorfer Stadtteil Halensee ein umfangreiches illegales Waffenlager entdeckt. Ein 23 Jahre alter Mann lagerte in einer Wohnung an der Bornstedter Straße eine Maschinenpistole, Pistolen, eine große Menge Munition, Schalldämpfer sowie drei scharfe Handgranaten.
Die Beamten nahmen den 23-Jährigen am Donnerstagnachmittag fest, das Waffenarsenal wurde beschlagnahmt. Gegen den Mann ermittelt das Landeskriminalamt wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz. Der Tatverdächtige sollte noch am Freitag einem Ermittlungsrichter zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt werden.
Handfeuerwaffen statt Steuerdokumenten
Die Polizisten waren eigentlich in der Bornstedter Straße erschienen, um auf Bitte der Steuerfahndung des Landes Brandenburg die Wohnung nach Unterlagen durchsuchen. Als nach dem Klingeln niemand öffnete, brachen die Beamten das Schloss auf und drangen in die Wohnung ein. In einem Zimmer der Maisonette-Wohnung stießen die Polizisten dann überraschend auf eine Maschinenpistole des Typs Ceska Skorpion und vier scharfe Pistolen, drei Handgranaten sowie einen Schalldämpfer. Außerdem entdeckten die Beamten sieben weitere Waffen, bei denen noch geklärt werden muss, ob es sich dabei um scharfe Handfeuerwaffen oder Attrappen handelt.
23-Jähriger unter Verdacht
Während der Wohnungsdurchsuchung erschien ein 23-Jähriger, der nach Polizeiangaben sagte, ein Untermieter des Hauptmieters zu sein. Nach Morgenpost-Informationen besteht in der Wohnung, in der das Waffenlager entdeckt wurde, eine Wohngemeinschaft mit mehr als zwei Personen.
Woher der Mann die Waffen hatte und was der 23-Jährige damit vor hatte, ist noch Gegenstand der Ermittlungen des zuständigen Kommissariats beim Landeskriminalamtes. Bisher soll der Mann nicht im Zusammenhang mit dem Waffengesetz auffällig geworden sein. Zu welchem Ergebnis die ersten Vernehmungen des Verdächtigen geführt haben, wollte die Polizei nicht mitteilen. Die drei scharfen Handgranaten wurden bereits unmittelbar nach der Entdeckung mit einem Spezialtransporter zum Sprengplatz Grunewald gebracht, wo sie vernichtet werden sollen. Die beschlagnahmten Schusswaffen werden dagegen von Kriminaltechnikern eingehend untersucht.
Waffenhorte in Berlin keine Seltenheit
Die Entdeckung von Waffenlagern ist keine Seltenheit in Berlin. Erst am Dienstag war die Polizei in der Wohnung eines 24-Jährigen in Tegel auf ein Depot von 60 Sprengsätzen gestoßen. Ermittler des Polizeilichen Staatsschutzes waren den Mann auf die Spur gekommen, weil er Chemikalien im Internet bestellt hatte, aus der sich Sprengstoff herstellen lässt.
Bei der richterlich angeordneten Durchsuchung in der Straße Alt-Tegel entdeckten Beamte 60 selbst gebastelte Sprengkörper, die mit Papp- und Kunststoffhülsen sowie Lunte versehen waren. Der Mann hatte die Sprengstoffe offenbar selbst hergestellt und abgefüllt. Nebenbei hatten die Beamten in der Wohnung eine Cannabis-Plantage mit 33 Pflanzen und entsprechenden Zubehör gefunden.
Im August dieses Jahres war die Polizei in Wannsee auf eine Waffensammlung gestoßen. Ein 40-Jähriger hatte in seiner Wohnung an der Reichsbahnstraße eine Maschinenpistole mit Schalldämpfer, eine scharfe Pistole sowie mehrere Luftdruckwaffen und Magazine mit Munition gehortet. Außerdem stießen die Beamten auf einen größeren Geldbetrag. Die Ermittlungen gegen den 40-jährigen dauern noch an.
Im Februar wurde bereits Waffennarr im Rentenalter verhaftet
Zu einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden ist indes ein 81-jähriger Waffennarr, dessen Fall im im Februar bekannt wurde. Neben neun Pistolen unterschiedlicher Hersteller und Kaliber – darunter eine Maschinenpistole – besaß der Rentner nicht weniger als 13 Gewehre, von denen nach Polizeiangaben zwei mit Schalldämpfern ausgerüstet waren.
Darüber hinaus hatte die Polizei in dem Haus an der Haynauer Straße in Lankwitz drei Kisten mit insgesamt 7500 Schuss Munition verschiedener Kaliber beschlagnahmt. Im Kellergeschoss seines Hauses hatte der Mann eine Schießanlage in einem 25 Meter langen Raum installiert, um die Waffen jederzeit ausprobieren zu können.




