Ein Tiergartener Schöffengericht hat einen 81 Jahre alten Waffennarr zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt.

Der Karosserieklempnermeister hatte in seinem Haus in Berlin-Lankwitz rund 100 scharfe Waffen und etwa 7500 Schuss Munition gebunkert. Als Motiv gab er seine Leidenschaft für Waffen an. Wörtlich sagte er im Prozess: „Wenn ich die sehe, bekomme ich feuchte Hände.“

Der Senior war mehr als 50 Jahre Mitglied des Berliner Polizeischützenvereins.

Ermittler waren im Februar 2013 im Haus des Berliners an der Haynauer Straße angerückt. Für den Besitz von vier Schusswaffen konnte er amtliche Genehmigungen vorweisen. Darüber hinaus hatte der Mann jedoch ein umfangreiches illegales Waffenlager in seinen Räumen verborgen.

Neben neun Pistolen unterschiedlicher Hersteller und Kaliber – darunter eine Maschinenpistole – besaß der Waffennarr nicht weniger als 13 Gewehre, von denen nach Polizeiangaben zwei mit Schalldämpfern ausgerüstet waren.

Außerdem beschlagnahmten die Beamten ein vermutlich illegales Schießgerät, das einem präparierten Florettsäbel ähnelt.

Damit der Lankwitzer die Funktion seiner Schusswaffen jederzeit überprüfen konnte, hatte er im Kellergeschoss seines Hauses hinter einer getarnten Tür eine Schießanlage in einem 25 Meter langen Raum angelegt.

Auch für die notwendige Munition zu den Schießübungen hatte der Rentner vorgesorgt. In drei Kisten befanden sich nach Polizeiangaben etwa 7500 Schuss Munition verschiedenster Kaliber, die damals ebenfalls beschlagnahmt wurden.

Die noch gültige Waffenbesitzkarte zogen die Beamten im Februar ein. Die Ermittler waren nach einem Hinweis auf den Waffennarren gestoßen.

mim/plet/sei