Ein pensionierter Kunstlehrer aus Berlin-Schöneberg hat gestanden, seit zehn Jahren Fälschungen im Stil der deutsch-französischen Künstlerin Lou Albert-Lasard (1885-1969) gemalt und weiterverkauft zu haben. Nach dem umfassenden Geständnis wurde der 73-Jährige zunächst von seiner Ehefrau als vermisst gemeldet - und am vergangenen Sonntag in einem bei Trebbin in Brandenburg leblos in seinem Auto aufgefunden, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Ermittler gehen von Selbstmord aus.
Die Polizei war dem Pensionär nach Hinweisen aus dem Kunsthandel auf die Spur gekommen. Das Amtsgericht Tiergarten erließ daraufhin einen Durchsuchungsbeschluss. Vor einer Woche durchsuchten Polizisten dann die Wohnung des Kunstfälschers. Aufgrund der dabei gefunden Beweise, legte der Mann zwei Tage später schließlich das Geständnis ab.
Angebliche Echtheit mit Nachlassstempel belegt
Er soll rund rund 100 Aquarelle, Gouachen und handkolorierte Lithografien gefälscht und in Umlauf gebracht haben - vornehmlich mit Motive aus dem Berliner Stadtleben der zwanziger Jahre. Die gefälschten Werke waren mit einem Nachlassstempel versehen, der die Echtheit der Bilder belegen sollte. Diesen Stempel hatten Ermittler bei der Durchsuchung aufgefunden. Käufern habe er erzählt, die Bilder stammten aus den zwanziger Jahren und kämen aus dem Nachlass der 1969 gestorbenen Künstlerin.
Die Polizei sucht nun Käufer der Fälschungen mit dem Nachlassstempel. Mögliche Betroffenen sollen sich unter der Telefonnummer (030) 4664 - 945 400 melden. Ein Beispiel sowie die Abbildung des Stempels veröffentlichte die Polizei unter www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/391889/index.html.
ap



