Ein Schilderwald im Tegeler Forst im Berliner Bezirk Reinickendorf soll bis Anfang 2014 verschwinden. Es handelt sich um 50 von insgesamt 94 Halteverbotsschilder, die an der Heiligenseestraße auf der 1,6 Kilometer langen Teilstrecke zwischen Konradshöher Straße und Karolinenstraße in beiden Richtungen stehen.
Alle 60 Meter ist dort seit 2001 auf Geheiß der Straßenverkehrsbehörde Halten verboten. Autofahrer dürfen nicht den Schutzstreifen für Radler zuparken. Doch das können sie wegen der Böschungen und Leitpfosten dort an den meisten Stellen ohnehin nicht. Darüber berichtete am 27. Juli 2013 nicht nur das ZDF. Im „Länderspiegel“ nahm es in der Rubrik „Hammer der Woche“ den „Schilder-Irsinn in Berlin“ aufs Korn. 250 Euro habe ein Schild bei der Aufstellung gekostet, das seien bei insgesamt 94 Hinweiszeichen 23.500 Euro gewesen.
Und auch in das am 17. Oktober 2013 veröffentlichte Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes haben es die Halteverbotsschilder geschafft. Dort heißt es wörtlich: „Wer auf der Berliner Heiligenseestraße durch den Tegeler Forst fährt, sieht fast den Wald vor lauter Schildern nicht.“ Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h rauschten die Schilder immerhin alle 4,6 Sekunden an den Autofahrern vorbei.
Auch der Abbau kostet Geld
Mit Bezug auf die „Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung“ sei es aus Sicht des Bundes der Steuerzahler „auf einer absolut übersichtlichen und halbwegs geraden Strecke durch den tiefsten Wald völlig überflüssig“, Autofahrer alle 64 Meter an das bestehende Halteverbot zu erinnern.
Zu den Kosten für die Aufstellung der Schilder gebe es vom Bezirk keine Angaben. Der Bund der Steuerzahler schätze aber, dass Schilder im Gegenwert von rund 5000 Euro überflüssigerweise verbaut worden sind.
Nun sollen die Halteverbotszeichen mehr als zehn Jahren wieder weg. Die Verkehrslenkung Berlin hat laut Stadtrat Martin Lambert (CDU) eine neue Anordnung herausgegeben.
„Die Abordnung kommt für uns sehr überraschend. Seit zwölf Jahren besteht diese Situation, im Jahr 2006 wurde bereits über den Schilderwald diskutiert“, sagte Lambert der „Berliner Woche“. Passiert war allerdings nichts.
Mit dem Abbau der Schilder rechnet der Stadtrat Ende 2013, spätestens aber Anfang 2014. Auch das wird Geld kosten.




