Knapp jeder zweite inhaftierte Mann in Berlin sitzt in einem Gefängnis, das aus dem 19. oder frühen 20. Jahrhundert stammt. Diese Situation gebe es trotz der neuen Haftanstalt Heidering mit knapp 650 Plätzen, teilte Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen mit. Im geschlossenen Männervollzug sind in der Hauptstadt laut Justizverwaltung derzeit 2629 Gefangene untergebracht, im offenen Vollzug 1032 Straftäter.
Berlin wurde zu insgesamt 720.000 Euro Schadenersatz verurteilt
Im Gefängnis Tegel sollen 200 verfassungsgemäße Einzelhafträume entstehen, teilte der Senator weiter mit. Zudem solle die alte Teilanstalt I abgerissen werden. Die Teilanstalt III solle zunächst als Reserve erhalten bleiben.
In den letzten fünf Jahren klagten nach der Antwort 388 Häftlinge gegen zu kleine Zellen oder deren Zustand. In erster Instanz wurde das Land Berlin in 296 Fällen zu Schadenersatz von insgesamt mehr als 720 000 Euro verurteilt. Die Verurteilungen wurden vom Kammergericht zum Teil aufgehoben, die anderen Entscheidungen seien noch nicht rechtskräftig. Berlin habe bislang in keinem Fall zahlen müssen.
dpa/seg



