Lebensmittel

Senator Heilmann hat Spaß beim Restekochen

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Annelie Naumann

Foto: Ole Spata / dpa

Jeder Deutsche wirft pro Jahr rund 235 Euro einfach weg. So viel sind umgerechnet die 82 Kilogramm Lebensmittel wert, die beim Einzelnen auf den Müll landen. Viel zu viel, sagt Berlins Verbraucherschutzsenator.

Die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz macht mit den Berliner Wertewochen auf dieses Problem aufmerksam. Zum Auftakt kochte Verbraucherschutzsenator Thomas Heilmann (CDU) gemeinsam mit Berliner Spitzenköchen ein Menü aus Lebensmitteln, die eigentlich in der Mülltonne von Supermärkten gelandet wären.

Die Berliner Morgenpost sprach mit ihm darüber.

Berliner Morgenpost: Herr Heilmann, unter dem Motto „In den Topf statt in die Tonne“ engagieren Sie sich für mehr Aufmerksamkeit und Fantasie im Umgang mit Lebensmitteln. Wie kann das Bewusstsein der Bürger geweckt werden, wenn Qualitätsware oft viel teurer als der Vorteilspack im Discounter ist?

Thomas Heilmann: Heute werfen alle zu viel weg. Und das ist das Teuerste, was man machen kann. Qualität ist nicht primär eine Frage des Geldbeutels – und Fantasie sowieso nicht. Es geht darum, die Aufmerksamkeit von uns, den Verbrauchern, zu schulen und gemeinsam einen behutsameren Umgang mit Lebensmitteln zu erlernen. Wenn wir als Verbraucher bewusster mit Lebensmitteln umgehen, wirkt sich das auch auf die Lebensmittel verarbeitende Industrie aus. Die Macht der Verbraucher ist groß. Der Markt passt sich an. Davon bin ich überzeugt.

Die sogenannten Wertewochen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln gehen am 6. Oktober zu Ende. Wie beurteilen Sie die Aktion?

Es ist ein großer Erfolg, das zeigt uns die Resonanz der Verbraucher und der Unternehmen. Wir haben mit dem Thema offenbar einen Nerv getroffen. Deshalb wollen wir im nächsten Jahr das Projekt auf jeden Fall wiederholen. Viele Firmen, die in diesem Jahr noch nicht dabei waren, haben bereits ihr Interesse bekundet. Mir persönlich hat das Restekochen übrigens viel Spaß gemacht. Und geschmeckt hat es auch!

Die Berliner Tafel feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Wirklich ein Grund zum Feiern?

Auf jeden Fall. Was die Berliner Tafel leistet, ist großartig. Sie verhindert einerseits die Verschwendung von kostbaren Lebensmitteln und tut gleichzeitig vielen Menschen in der Stadt Gutes. Das ist eine perfekte Kombination.