Fünf Patienten der geschlossenen Gefängnispsychiatrie in Berlin – auch Maßregelvollzug genannt – müssen sich vor einer Moabiter Strafkammer wegen Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigungen verantworten.

Die 19 bis 22 Jahre alten Männer sollen andere Patienten gequält und Pfleger bedroht haben. Zu Beginn des Prozesse am Montag äußersten sie sich noch nicht zu den Vorwürfen.

Laut Anklage hatten die Angeklagten im Juli 2012 – in unterschiedlicher Tatbeteiligung – randaliert und das herbeigeeilte Pflegepersonal mit Worten wie „Hunde“ und „Miststück“ beschimpft. Einem Mitpatienten soll schmutziges Wischwasser ins Bett gekippt worden sein.

Im August 2012 sollen die Angeklagten einen anderen Patienten gefesselt und geknebelt und ihm einen Kissenbezug über den Kopf gestülpt haben. Wieder einem anderen Mitpatienten sollen sie eine, laut Anklage, „stinkende Socke“ in den Mund gestopft und ihn mit einem zerrissenen Handtuch den Kopf umwickelt haben, damit er die Socke nicht ausspucken konnte. Zudem sollen sie ihn derart gefesselt haben, dass er „bogenförmig“ dalag und bei jeder Bewegung des Kopfes „stranguliert“ wurde.

Ein als Zeuge geladener Pfleger sagte, dass im Juli 2012 ein Großaufgebot der Polizei eingeschaltet werden musste. Die Situation sei sehr bedrohlich gewesen.

Nach Angaben eines Gerichtssprechers waren die Angeklagten wegen Raubes und anderer Straftaten im Maßregelvollzug untergebracht – zumeist wegen Alkohol- oder Drogenproblemen.

Der Prozess wird fortgesetzt.

mim