Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sind am Wochenende in der U-Bahn von Fahrgästen attackiert worden.
Der erste Fall ereignete sich am Sonntag gegen 14 Uhr im U-Bahnhof Neukölln in einem Zug der Linie U7. Ein 25 Jahre alter BVG-Mitarbeiter kontrollierte die Tickets, als ein Fahrgast ihm mit Pfefferspray drohte. Dann schlug der Unbekannte auf den Kontrolleur ein und flüchtete aus dem Zug. Er konnte unerkannt entkommen.
Auch im zweiten Fall wurden Kontrolleure angegriffen. Als ein 31 Jahre alter BVG-Mitarbeiter am Sonntagnachmittag am U-Bahnhof Konstanzer Straße in Wilmersdorf den Fahrschein eines jungen Mannes sehen wollte, schlug der ihm mit der Faust ins Gesicht und rannte zum Ausgang. Der BVG-Mitarbeiter konnte den Mann mit einem Kollegen noch erwischen, daraufhin sprühte dieser ihnen Pfefferspray ins Gesicht. Trotzdem gelang es beiden, den 21-Jährigen festzuhalten, bis die Polizei eintraf.
Attacken mit Pfefferspray kämen immer wieder einmal vor, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz am Montag. „Diese Fälle machen uns richtig ärgerlich, denn nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch andere Fahrgäste werden dadurch gefährdet.“ Weil Auseinandersetzungen mit Fahrgästen zum Alltag gehören, werde das betroffene Personal möglichst einmal jährlich im Umgang mit heiklen Situationen geschult, so Reetz. „Wir trainieren unsere Leute in Deeskalation. Das hat sich als sehr hilfreich erwiesen.“ Es sei auch schon einmal überlegt worden, Mitarbeiter ihrerseits auch mit Pfefferspray auszurüsten, doch man habe bei der BVG bewusst eine andere Strategie gewählt. „Wir setzen darauf zu reden. Unsere Mitarbeiter lernen, ruhig zu bleiben, auf die Leute einzureden und auch, Pöbeleien nicht persönlich zu nehmen.“
Die Zahl der Attacken sei in diesem Jahr leicht rückläufig, so Reetz. Bis September 2013 seien 344 tätliche Angriffe auf Mitarbeiter gezählt worden, im gleichen Zeitraum des Vorjahres seien es 381 gewesen. Auch verbale Angriffe wie Beschimpfungen zählt die BVG. Auch dabei ein Rückgang: bis September waren es 226 Verbalattacken, die Mitarbeiter angezeigt haben, gegenüber 442 im Vorjahreszeitraum. Als Grund für die Verbesserung nannte Reetz die gute Kooperation mit der Polizei und den Sicherheitskräften der S-Bahn. „Es macht Eindruck, wenn die zusammen unterwegs sind“, sagte sie. Auch die Ausrüstung von Bahnhöfen und Zügen mit Überwachungskameras habe abschreckende Wirkung. „Aggressiv werden in der Regel Leute ohne Fahrschein“, so Reetz. „Die allermeisten Fahrgäste bleiben aber höflich.“ Pro Monat werden rund 230.000 Mal Tickets kontrolliert.
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