Auch für die illegal in Berlin lebenden Flüchtlinge vom Brandenburger Tor hat sich eine feste Unterkunft gefunden. Die katholische Aachener Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft habe Wohnungen für die rund 25 Flüchtlinge in einem ihrer Häuser zur Verfügung gestellt, sagte der Berliner Migrationsbeauftragte der Evangelischen Kirche, Hanns Thomä, am Freitag. Die Flüchtlinge aus Bayern könnten sofort umziehen und bis Ende Januar bleiben.

Sie waren im Oktober zehn Tage lang vor dem Brandenburger Tor in den Hungerstreik getreten, um ein Bleiberecht für sich zu erreichen. Danach hatte sie vorübergehend die evangelische Heilig-Kreuz-Kirche in Kreuzberg beherbergt. Die gemeinsame Finanzierung von evangelischer und katholischer Kirche für die vorübergehende Unterbringung ist laut Thomä geklärt. Weder die genauen Modalitäten noch die Adresse wollte der Migrationsbeauftragte vorerst nennen. Die Kosten dafür würden jedoch nicht vom Berliner Senat im Rahmen der Kältehilfe getragen, sagte eine Sprecherin der Sozialverwaltung auf Anfrage.

Die Aachener Wohnungsgesellschaft betreibt im Bezirk Neukölln an der Harzer Straße ein bekanntes Projekt für Roma-Familien. Ob auch die Flüchtlinge dorthin ziehen, ist nicht bekannt. Sie hatten ihren Hungerstreik am 19. Oktober vorläufig beendet und bis Ende Januar ausgesetzt. Bis dahin hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ihnen zugesagt, ihre Asylanträge erneut zu prüfen.

Die Flüchtlinge vom Oranienplatz hatten am Donnerstag entschieden, in ein von Sozialsenator Mario Czaja (CDU) angebotenes Haus nach Friedrichshain zu ziehen. Alternativ prüft das Landesamt für Gesundheit und Soziales ein ehemaliges Jugendgästehaus in Kreuzberg, das die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) ins Gespräch gebracht hat. Die Untersuchung des stark renovierungsbedürftigen Hauses sei noch nicht abgeschlossen, hieß es aus der Sozialverwaltung.

dpa/mim