Bei einem Großbrand in einer Lagerhalle an der Charlottenburger Gaußstraße vor etwas mehr als einer Woche waren ungefähr 130 Feuerwehrleute im Einsatz. Mehr als 24 Stunden lang waren Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr am Brandort. Zum Teil standen die Feuerwachen der an diesem Einsatz beteiligten Helfer leer. Den Betrieb in diesen Wachen dann aufrecht zu halten, darum kümmert sich unter anderem die Freiwillige Feuerwehr.
Mehr als 10.600 mal waren Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr im vergangenen Jahr an Einsätzen beteiligt. Zum Teil eigenständig, oder als Unterstützung der Berufsfeuerwehr. Das ergab die Beantwortung einer Kleinen Anfrage im Abgeordnetenhaus. Die Freiwillige Feuerwehr bewältigte 2511 Einsätze eigenständig, an 8169 Einsätzen der Berufsfeuerwehr war sie beteiligt.
„Die Einsätze nehmen jedes Jahr zu“, sagt Lutz Großmann, Berliner Landesbeauftragter der Freiwilligen Feuerwehr. „Es werden jährlich zwischen zwei und drei Prozent mehr.“ 1399 Helfer, davon 110 Frauen, engagieren sich ehrenamtlich. „Gerade in den Außenbezirken, in denen die Berufsfeuerwehr festgelegte Schutzzeiten nicht einhalten kann, rücken die ehrenamtlichen Kollegen aus“, sagt Großmann. Da seien sie mit ihren Rettungswagen schneller am Einsatzort.
Freiwillige Feuerwehr für Berufsfeuerwehr unerlässlich
37 Freiwillige Feuerwehren mit einem eigenen Ausrückbereich gibt es in Berlin, 20 Wehren sind an Berufsfeuerwehrwachen angeschlossen. „Die Freiwillige Feuerwehr ist für die Berufsfeuerwehr unerlässlich“, sagt Feuerwehrsprecher Michael Pawellek. „Die knapp 1400 ehrenamtlichen Einsatzkräfte unterstützen uns bei großen Einsatzlagen und wickeln Einsätze eigenständig ab.“
Großmann kritisiert, dass es noch keine Termine für Lehrgänge im kommenden Jahr feststehen. Es handelt es sich unter anderem um Kurse wie Rezertifizierung zur Erlangung der Defibrillationsberechtigung, Sprechfunkerlehrgänge, Motorkettensägenlehrgänge und Motorbootführerscheine für Wassernoteinsätze. „Es ist verwerflich, dass Ende Oktober für die Weiterbildung der Freiwilligen Feuerwehr noch keine Lehrgangspläne für 2014 vorliegen“, sagt er. Der Landesbeauftragte kreidet auch den Investitionsstau bei der Gebäudesanierung und der Fahrzeugausstattung an. Die Löschfahrzeuge seien durchschnittlich 18 Jahre alt, sagt er.
ag





