Kurz vor Ablauf seines Vertrages sorgt Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz mit einem Umzug für Ärger: Der Betriebsrat des Tierparks und die Gemeinschaft der Förderer von Tierpark und Zoo Berlin wehren sich gerichtlich gegen den laufenden Umzug von Teilen der Verwaltung in das Schloss Friedrichsfelde.
Es würden finanzielle Einbußen dadurch befürchtet, sagte der Vorsitzende des Fördervereins, Thomas Ziolko, am Dienstag. Deshalb habe man eine einstweilige Verfügung beantragt. Nach Angaben eines Gerichtssprechers soll es in der kommenden Woche eine mündliche Verhandlung am Landgericht geben. Mehrere Zeitungen hatten zuvor über die Kritik am Umzug berichtet.
Seit 2009 betreibt der Förderverein das Schloss im Tierpark und organisiert dort unter anderem Konzerte. Nach Angaben von Ziolko fließen dadurch etwa 170.000 Euro jährlich in die Kassen des Zoos. Diese Einnahmen würden durch den Umzug wegfallen, weil beispielsweise Garderobe, Lager oder Küche nicht mehr zur Verfügung stehen würden.
Tierpark soll weiterhin kulturell genutzt werden
„Uns ist wichtig, dass der Tierpark weiter kulturell genutzt wird“, sagte Zoo-Sprecherin Claudia Bienek. Nur einige Räume des Schlosses seien von dem Umzug betroffen. Zudem sei kommuniziert worden, dass es zu dem Umzug kommen wird. Der Wechsel von Teilen der Verwaltung wie wissenschaftliche Mitarbeiter, Archiv oder Bibliothek in das Schloss stehe schon länger fest.
Man kritisiere vor allem die Art und Weise des Vorgehens und die Kurzfristigkeit der Entscheidung, sagte Ziolko. Erst seit vergangener Woche seien die konkreten Umzugspläne des Zoodirektors bekannt. „Der Direktor zieht in der laufenden Konzertsaison mit Bananenkisten und Futterkisten um.“ Zudem treffe man eine Entscheidung mit so einer Tragweite nicht, wenn man nur noch kurze Zeit Direktor sei.
Blaszkiewitz war unter anderem wegen seines harschen Umgangs mit Mitarbeitern immer wieder in die Kritik geraten. Anfang August hatte der Aufsichtsrat mitgeteilt, dass sein Vertrag, der Ende Juni 2014 ausläuft, nicht verlängert wird. „Der Aufsichtsrat muss dem scheidenden Zoodirektor endlich Einhalt gebieten, am besten durch dessen sofortige Beurlaubung“, sagte die Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling.
dpa/mim





