Der Berliner Zoo ist einem Hamburger zu verdanken: Es war der Arzt, Forscher und Zoologe Martin Hinrich Lichtenstein, der Anfang der 40er-Jahre des 19. Jahrhunderts Friedrich Wilhelm IV. von Preußen überzeugte, einen Teil seiner Fasanerie am Tiergarten für einen Zoo bereitzustellen.

Alexander von Humboldt engagierte sich beim König als Fürsprecher. Mit Erfolg: Der Zoo wurde als erster in Deutschland 1844 als Actien-Verein eröffnet und Lichtenstein der erste Direktor.

Das älteste noch erhaltene Gebäude datiert aus dem Jahr 1871: das heute denkmalgeschützte Antilopenhaus. Gebaut hat es Heinrich Bodinus. Der Humanmediziner war 1859 Gründungsdirektor des Kölner Zoos. Von dort brachte er die Idee exotischer Tierhäuser mit. Der Zoo erlebte seine erste bauliche Blütezeit. Es entstanden auch Musikpavillons und ein riesiges, bei der Gesellschaft beliebtes Restaurant.

Das Aquarium eröffnete vor 100 Jahren seine Pforten

Ein Tierinventar, eine geordnete Buchhaltung sowie ein Handwerkerstab wurden mit der Übernahme durch den Veterinärmediziner Max Schmidt eingeführt. Das war 1885. Auch Schmidt kam von außen. Er hatte zuvor den Zoo Frankfurt geleitet.

An Prestige gewann der Berliner Zoo ab 1888 unter dem ebenfalls früheren Kölner Zoo-Direktoren Ludwig Heck. Er erweiterte den Tierbestand, bis er sich mit dem Londoner Zoo messen konnte. Heck feierte Zuchterfolge beim Asiatischen Elefanten und Schnabeligel, Schimpansen und Orang Utan. Als ihn 1932 sein Sohn Lutz ablöste, zählte der Zoo 453 Säugetier- und 799 Vogelformen. Ludwig Hecks Sohn Heinz hat übrigens als Direktor von Hellabrunn das Konzept des Geo-Zoos entwickelt.

Hecks Mitarbeiter, der Verhaltensforscher Oskar Heinroth, plante das Aquarium, das vor 100 Jahren seine Pforten öffnete. Seine Frau Katharina Heinroth übernahm 1945 die Leitung des vom Krieg zerstörten Zoos. Sie war damals die einzige Direktorin in Deutschland und baute den Zoo wieder auf, errichtete ein Elefantenhaus und Flusspferdhaus und rettete das Antilopenhaus.

Legendärer Zoochef Heinz-Georg Klös

Legendär ist ihr Nachfolger Heinz-Georg Klös. Er prägte ab 1956 das Gesicht des Zoos durch weitere Neu, Auf- und Ausbauten. Dazu gehören Affenhäuser, Bärenanlagen und das Raubtierhaus mit Nachttierabteilung. Klös züchtete Spitzmaulnashörner und Przewalski-Pferde, also seltene oder vom Aussterben bedrohte Tiere. Er gründete die Zooschule und holte 1977 Jürgen Lange als Aquariumschef nach Berlin.

Lange hat eine erfolgreiche Quallenzucht entwickelt. Er wurde 2003 Zoodirektor, übergab das Amt aus Altergründen 2007 an Bernhard Blaszkiewitz. Auch er hat das Antilopenhaus saniert und – zusammen mit Klös’ Sohn, dem Zoo-Kuratoren Heiner Klös – ein neues Vogelhaus gebaut.

Tierpark Friedrichsfelde 1955 von Heinrich Dathe eröffnet

Die Direktorenliste des Tierparks in Friedrichsfelde ist kürzer. In der DDR 1955 eröffnet, gab es nur einen einzigen Chef, Begründer Heinrich Dathe. Als junger Mann hielt der spätere Professor Zoos „für ein Gefängnis, in dem man Tiere einsperrte“. Später wurde der Tierpark Friedrichsfelde zu seiner Lebensaufgabe.

Dathe wurde Ende 1990 kurz nach seinen 80. Geburtstag pensioniert. Er starb vier Wochen später an Krebs. Sein Nachfolger ist Blaszkiewitz. Er trat mit dem Ziel an, den Tierpark vor einer Schließung zu bewahren. Als Zoologe holte er Seekühe ins Dickhäuterhaus. Populär ist auch der 2005 eröffnete Vari-Wald. tal