Am Flughafen Tegel hat der Winter schon begonnen. Schon am 2. Oktober musste eine Maschine enteist werden, auch am Mittwoch waren die Winterteams des Bodendienstleisters Globe Ground im Einsatz, um mit ihren Spezialgeräten Flugzeuge vor ihrem Start mit ADF (Aircraft-De-Icing Fluid) abzusprühen. Je nach Wetter werden davon zwischen 150 bis 600 Liter gebraucht, um eine Maschine startklar zu machen.

Insgesamt 750.000 Liter an Enteisungsmitteln hat Globe Ground in seinen Tanks an den Flughäfen in Tegel und Schönefeld deponiert, weitere 500.000 Liter befinden sich in einem Notfalllager. „Mit diesen Mengen sind wir gut durch den langen Winter des Vorjahres gekommen, das müsste auch in diesem Jahr reichen“, sagte GlobeGround-Geschäftsführer Bernhard Alvensleben. Noch vor drei Jahren war es in Tegel zu erheblichen Problemen bei der Enteisung gekommen, weil es nicht mehr genug Enteisungsmittel mehr gab und der Nachschub aus Süddeutschland aufgrund von Glatteis ausblieb.

Panne soll sich nicht wiederholen

Ein solches Szenario soll sich nicht noch einmal wiederholen, verspricht die Berliner Flughafengesellschaft und verweist auf die guten Erfahrungen des Vorjahres, als Tegel anders als viele andere Airports in Deutschland trotz teilweiser extreme Witterung nicht einen einzigen Tag schließen musste. „Daran wollen wir in diesem Jahr anschließen“, sagte Betriebsleiter Elmar Kleinert am Mittwoch zum Auftakt der Wintersaison. Es wird voraussichtlich nicht die letzte für den alten Flughafen, der eigentlich längst geschlossen werden sollte.

Denn wann der Neubau startklar ist, bleibt weiterhin offen. Der Flughafen hatte erst am Dienstag Siemens damit beauftragt, die Probleme der Brandschutzanlage im neuen Schönefelder Terminal zu beheben. Der Konzern hat dazu bis zu 18 Monate Zeit, wie ein Sprecher am Mittwoch sagte. Rückschlüsse auf einen möglichen Eröffnungstermin ließen sich daraus aber nicht ziehen, hieß es dazu beim Flughafen.

Vor allem bei der Winter-Technik hat der Flughafen stark aufgerüstet: Vier neue Schneepflüge wurden angeschafft, insgesamt stehen jetzt an beiden Standorten 50 Räumfahrzeuge bereit. Bei starkem Schneefall benötigt eine aus acht Fahrzeugen bestehende Räumkolonne rund eine halbe Stunde, um eine Start- und Landebahn zu räumen.

GlobeGround verfügt inzwischen über 21 Enteisungsfahrzeuge, zum Stückpreis von bis zu einer Million Euro. Insgesamt sind bis zu 300 Mitarbeiter täglich im Einsatz, um den Flugbetrieb bei fast jedem Wetter zu garantieren. „Bei Extremsituationen kann es aber immer zu Einschränkungen kommen, da bitten wir alle Fluggäste um Verständnis“, baut Betriebschef Kleinert schon mal vor. Doch die Sicherheit der Passagiere habe in jedem Fall Priorität.

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