Musikpreis

So wurde der runde Geburtstag des Echo Klassik gefeiert

Zum 20. Mal wurde der renommierte Musikpreis verliehen. 22 Auszeichnungen gab es am Sonntag im Konzerthaus am Gendarmenmarkt für die Klassik-Szene. Sänger des Jahres wurde der Tenor Jonas Kaufmann.

Einen runden Geburtstag feierte am Sonntagabend der Echo Klassik im Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Zum 20.Mal wurde der renommierte Musikpreis von der Deutschen Phono-Akademie und dem Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie für herausragende Leistungen nationaler und internationaler Musiker in 22 Kategorien vergeben.

Neben Stars wie Sängerin Simone Kermes und Pianistin Khatia Buniatishvili gaben sich auch ZDF-Intendant Thomas Bellut, Moderator Cherno Jobatey und Comedian Olaf Schubert die Ehre. Schauspielerin Natalia Wörner, die den Echo Klassik an Cellistin Sol Gabetta als „Instrumentalistin des Jahres" überreichte, hatte als Begleiter ihren siebenjährigen Sohn Jacob Lee gewählt. Geiger Daniel Hope und Schauspieler Heino Ferch kamen beide mit ihren schwangeren Frauen. Angesprochen auf die nahe Geburt, ließ sich Ferch nur ein knappes „Er kommt bald“ entlocken.

Für den besonderen Auftritt sorgte Andreas Martin Hofmeir, ausgezeichneter „Instrumentalist des Jahres", der ohne Schuhe kam. „Bei Größe 46 habe ich es oft schwer, Schuhe zu finden. Also beschloss ich, immer ohne zu gehen“, so der Musiker. Auf seine Tuba, genannt „Fanny“, und Freundin Katharina Goldner wollte Hofmeir nicht verzichten.

Durch den Abend führten Moderatorin Nina Eichinger und Opernsänger Rolando Villazón, mit dem Album „Villazón Verdi“ zugleich Preisträger in „Solistische Einspielung des Jahres/Gesang“.

Jonas Kaufmann ist „Sänger des Jahres“

Die zweieinhalb Kilo schwere 45-Zentimeter-Trophäe in der Kategorie „Sänger des Jahres“ verlieh Heino Ferch an Tenor Jonas Kaufmann. „Durch sein ganz eigenes Story-Telling ist er in den vergangenen Jahren zu einem der größten Stars seiner Branche geworden“, sagte er in der Laudatio.

Ausgezeichnet für die „Konzerteinspielung des Jahres“ wurde die Flötistin Dorothee Oberlinger, die das schlechte Image der Flöte beklagte. „Ganze Klassen von Schülern, die gezwungen werden, Blockflöte zu lernen, können bei Eltern natürlich ein Trauma auslösen“, sagte die 44-Jährige. Dabei habe sie selbst ihre Liebe zu dem Instrument als Kind dank eines günstigen Souvenirs aus Polen entdeckt.

Drei Stunden dauerte die Verleihung, anschließend feierten die Gäste auf der After-Show-Party.

Ausgezeichnete Echo-Gäste:

Sängerin des Jahres wurde Joyce DiDonato für „Drama Queens“, Sänger des Jahres Jonas Kaufmann für seine Wagner-Darbietungen. Esa-Pekka Salonen erhielt den Echo als Dirigent des Jahres, Helmuth Rilling, Dirigent und Musikpädagoge, für sein Lebenswerk. Komponist Max Richter und Violinist Daniel Hope bekamen den „Klassik ohne Grenzen“-Preis. Das Vocalconsort Berlin freute sich über die „Chorwerkseinspielung des Jahres“, Andreas N. Tarkmann und Robin Engelen über den „Klassik für Kinder“-Preis. Bestseller des Jahres: Pianist Lang Lang mit seinem Chopin-Album. Die Singschule an der Peterskirche Weinheim erhielt den Preis für Nachwuchsförderung. Den Sonderpreis für seine Instanbul-Sinfonie bekam Komponist Fazil Say.

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