„Bar Awards“

In diesen Berliner Bars wird am besten gerührt

Fünf Berliner Betriebe sind bei den „Bar Awards 2014“ nominiert. Darunter sind etablierte Bars wie der „Curtain Club“ im Hotel „Ritz-Carlton Berlin“, aber auch Newcomer wie die „Schwarze Traube“.

Fünf von 60 Nominierten sind es. Berliner Bars, die mit Team, Konzept und Drinks im deutschsprachigen Raum Kenner und Gäste überzeugen.

Zum siebten Mal werden am Sonnabend die „Bar Awards“ vergeben. In zwölf Kategorien werden die führenden Betriebe aus Österreich, der Schweiz und Deutschland gekürt. „Anfangs konnte man diese noch an den Fingern abzählen“, sagt Helmut Adam, Herausgeber des verantwortlichen „Mixology“-Magazins. „Heute reichen dazu beide Hände nicht mehr aus.“ Jury-Mitglied Peter Eichhorn aus Berlin glaubt dennoch an Gewinner aus der Heimatstadt. Die ebenfalls für den „City Award“ nominiert ist und „sich in der internationalen Barszene am rasantesten entwickelt hat“, sagt er. Man werde die Kategorien gewinnen – alle fünf von den zwölf.

Tolles Team

Irgendwo zwischen Rock ’n‘ Roll und klassischer Barkultur soll die „Booze Bar“ laut Jury liegen. An der Boxhagener Straße in Friedrichshain findet man sie. Das Team um Inhaber Lutz Rau und Björn Severin bietet zumeist jungem Publikum Drinks wie „Kentucky Funk“, „Neuköllner Klatsche“ und „Brudermord“ an einer Rundbar und unter Porträts von Terence Hill und Frauen-Akten. „Wir bieten hohe Qualität in entspannter Atmosphäre“, sagt Rau. „Das Team interpretiert Gastfreundschaft auf seine eigene charmante Art“ und „versteht es, die Nachtschwärmer Berlins unkompliziert zu begeistern“, sagt die Jury – und nominierte die Bar gleich in zwei Kategorien.

Mister Mixologe

Erst riecht er, dann rührt er. Arnd Heißen serviert Cocktails, die er individuell auf seine Gäste abstimmt. „Eine Top-Bar hat ein Alleinstellungsmerkmal, über das man sie definieren kann“, sagt der Barchef des „Curtain Club“ im Hotel „Ritz-Carlton Berlin“ am Potsdamer Platz. Aus Tee, Blüten, Aromen, Kräutern und Gewürzen mixt er Hypnôse, Herba Fresca oder Aqua di Gio. „Ähnlich einem Parfumeur bannt er Zutaten und Aromen in flüssige Preziosen“, sagt die Jury. „Dazu gehört auch ein Team mit Passion, Authentizität und Spaß an der Arbeit“, sagt Arnd Heißen. Es ist ebenfalls als „Barteam des Jahres“ sowie der Betrieb als „Hotelbar des Jahres“ nominiert.

Guter Gastgeber

„To the wonderful crew at Lebensstern from the wonderful crew of Inglourious Basterds with love“ steht auf dem Bild links oberhalb des Tresens. Unterzeichnet ist es von Quentin Tarantino, der eine Szene des Oscar-prämierten Films in der Bar des „Einsteins“ drehen ließ. Gastgeber ist der vom Gault Millau 2008 zum „Barkeeper des Jahres“ ausgezeichnete Thomas Altenberger. „Höflichkeit und Hingabe zeichnen den Wiesbadener aus“, sagt die Jury. „Wir nehmen uns viel Zeit für die Gäste“, sagt Thomas Altenberger und empfiehlt den King Walker’s Highland Punch. Mit Scotch – den gibt es hier neben 150 Gin-, 800 Rum- und 250 Whiskey-Sorten ebenfalls.

Hotspot Hotelbar

Schwellenangst vor Hotelgastronomie? Soll hier nicht aufkommen. Zur „Amano Bar“ geht es separat. Durch eine kleine Tür rechts des Hoteleingangs in Mitte. Von schwarz getünchter Decke strahlen Spots, bodenlange Fenster geben Sicht in die Nacht. „Eine gute Bar beginnt an der Tür“, sagt Philip Bischoff. Der Barchef arbeitet unter Berlins Barkonzept-Meister Mario Grünenfelder („Shiro i Shiro“, „G & T Bar“, „Bar Tausend“). Der mit der „Amano Bar“ zum dritten Mal in Folge und gleich zwei Mal nominiert ist. Urteil der Jury: „Der Prototyp einer modernen Hotelbar wird vom Berliner Publikum geschätzt und ständig frequentiert.“ Schwellenangst? Kommt hier nicht auf.

Natürlich Newcomer

Leidenschaft. Nur mit dieser könne man ein guter Barkeeper sein, sagt Atalay Aktas. Mit hoch nach oben gestreckter rechter Hand gießt er Sirup in den Shaker, den er in der tief nach unten gestreckten linken Hand hält. Frische Orange, Limette, Ingwer, Eiweiß des „Ginger Spring“ landen mit Schwung hinterher. „Warf er früher akrobatisch die Flaschen, setzt er nun ihren Inhalt akribisch in Szene“, sagt die Jury zur „Newcomer des Jahres“-Nominierung. Aktas ist Chef der „Schwarzen Traube“ an der Wrangelstraße. Zwischen Szenerestaurant und Fast-Food-Imbiss empfängt er hinter Backsteintresen auf kleinem Raum. „Wir sind das Wohnzimmer der Gäste“, sagt Aktas.