Protest

Berliner demonstrieren gegen steigende Mieten

Hunderte Berliner haben am Sonnabendnachmittag in Kreuzberg und Friedrichshain gegen hohe Mieten protestiert. Sie fürchten die Verdrängung aus den Kiezen - und stellen Forderungen an die Politik.

Foto: Florian Schuh / dpa

Berliner Bürger sind am Samstag aus Protest gegen die aus ihrer Sicht zu hohen Mieten in der Hauptstadt auf die Straße gegangen. Nach Angaben des Veranstalters, dem bundesweiten Aktionsbündnis "Keine Profite mit der Miete!" demonstrierten mehr als 2500 Menschen. Die Polizei sprach von weniger als 1000 Teilnehmern.

In Berlin hatten sich mehr als 30 Initiativen dem Aktionsbündnis angeschlossen. Auch in anderen Städten – darunter Hamburg – gab es Demos gegen hohe Mieten.

Der Sprecher des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU), David Eberhart, setzt auf eine Entspannung bei den Mietpreisen durch die Neubauförderung. Dass die Mieten stiegen, sei wegen der vielen Zuzüge aber normal.

"Dagegen, dass man beim Wohnraum Profit macht"

Am Samstagnachmittag zogen Demonstranten von der Lausitzer Straße in Kreuzberg in Richtung Boxhagener Platz. "Wir sind überhaupt dagegen, dass man beim Wohnraum Profit macht", sagte Lea Vogt vom Aktionsbündnis. In Berlin würden durch die zunehmend hohen Mieten die Menschen verdrängt, die sich die Wohnungen nicht mehr leisten könnten. Neubauten seien keine Lösung, da sie nur wenigen Menschen helfen könnten und außerdem teuer seien, sagte Vogt. Die Politik müsse Auswege finden und beispielsweise die Preise für neuvermietete Wohnungen deckeln.

In Frankfurt/Main hatten Aktivisten in der Nacht zum Freitag eine ehemalige Dienstvilla der Oberbürgermeister besetzt, um gegen hohe Mieten und Immobilienpreise zu protestieren. Sie gaben das Grundstück am Samstagmittag jedoch freiwillig frei.

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