Der mutmaßliche „Maskenmann“, der in Brandenburg zwei Millionärsfamilien überfallen und einen Manager entführt haben soll, sieht sich als unschuldig. „Gleich nach der Festnahme und bei der Verkündung des Haftbefehls hat er das angedeutet“, sagte der Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), Ulrich Scherding, am Donnerstag. Weitere Vernehmungen des Mannes stünden noch an. Der Tatverdacht gegen ihn gründe sich auf eine Reihe von Indizien.

Der 46 Jahre alte Mann mit einem langen Vorstrafenregister war am Dienstagabend in Berlin festgenommen worden. Er sitzt in Untersuchungshaft im Land Brandenburg. Wann Anklage erhoben wird, stehe noch nicht fest, sagte der Sprecher. Es werde weiter ermittelt. Wegen der Schwere der Taten – dreifacher versuchter Totschlag und erpresserischer Menschenraub – drohe bei einer Verurteilung eine lebenslängliche Haftstrafe.

Der gelernte Dachdecker Berliner steht in Verdacht, für die spektakuläre Entführung des Investmentmanagers Stefan T. aus Berlin am 5. Oktober in Storkow verantwortlich zu sein. Ein Unbekannter hatte den damals 51 Jahre alten Geschäftsmann aus seiner Villa am Großen Storkower See entführt und ihn auf einer Schilfinsel festgehalten.

Geld in Millionenhöhe

Damit wollte er Geld in Millionenhöhe erpressen. Der Entführte konnte sich am 7. Oktober selbst befreien. Außerdem legen die Ermittler dem Mann zwei Angriffe auf die Familie des Berliner Unternehmers Christian Pepper im Sommer und Herbst 2011 zur Last. Der Ehefrau Petra Pepper lauerte ein maskierter Mann abends vor der Villa auf, prügelte die Frau nieder und verletzte sie schwer.

Im Oktober 2011 war die damals 25-jährige Tochter des Unternehmers Ziel eines Anschlages. Mehrmals schoss ein Unbekannter auf die junge Frau. Der Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma, den der Unternehmer für den Schutz seiner Familie angeheuert hatte, warf sich schützend vor die Frau. Dabei wurde der Mann lebensgefährlich verletzt. Er ist seit dem Angriff an den Rollstuhl gefesselt. Die Soko "Imker" wird gegründet, benannt nach der auffälligen Maske des Täters.