„Verpiss dich, du asozialer Schmarotzer“, diese Beschimpfung ihres Ex-Freundes hat die 48-jährige Elena K. aus Steglitz nicht überlebt. Ihr ehemaliger Lebensgefährte Mario W. fühlte sich durch die harsche Aufforderung zutiefst gedemütigt und stach der Frau ein Messer in den Rücken, dann erwürgte er sie. Seit Dienstag muss sich der 51-Jährige vor dem Landgericht Moabit wegen Mordes verantworten. Gleich am ersten Verhandlungstag legte er ein umfassendes Geständnis ab.

Täter und Opfer hatten sich 2010 kennengelernt, Mario W. arbeitete im Café von Elena K. Schon bald wurde aus ihnen ein Paar, sie trennten sich von ihren jeweiligen Partnern und zogen in eine gemeinsame Wohnung. Anfangs lief die Beziehung harmonisch, später gab es dann Probleme. Die agile Geschäftsfrau, Elena K. betrieb neben dem Café noch ein Reisebüro. Sie und der lange Zeit arbeitslose Fleischer waren sehr unterschiedlich. Vor allem die Tatsache, dass W. zunehmend mehr trank, wurde ihm von seiner Lebensgefährtin immer wieder vorgehalten.

Anfang Dezember 2012 beendete Elena K. die Beziehung. Für Mario W. war das ein schwerer Schlag, er verlor nicht nur seine Lebensgefährtin, sondern zugleich auch seine Arbeit und die Wohnung. In den darauf folgenden Wochen stellte er seiner Ex-Freundin immer wieder nach, mehrfach beschimpfte und bedrohte er sie. Sein Motiv war nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft nicht nur Eifersucht, es kamen auch finanzielle Interessen hinzu, denn das Paar hatte hauptsächlich von den Einnahmen des Opfers gelebt.

Am Morgen des 13. Januar suchte der Angeklagte Elena K. nochmals in ihrer Wohnung auf. Wie so oft kam es wieder zum Streit, der diesmal tödlich endete. Der Vater des Opfers fand seine Tochter am Abend desselben Tages tot in der Wohnung.

„Ich wollte sie nicht töten, ich weiß nicht, warum es passierte“, beteuerte W. vor Gericht. Am Tattag habe Elena K. ihm unerwartet ihr Interesse an einer Wiederaufnahme der Beziehung signalisiert, anschließend sei es zum Austausch von Zärtlichkeiten gekommen. Zu dem Zeitpunkt hatte er mit seiner Ex-Freundin und der Beziehung bereits abgeschlossen, erklärte W. dem Gericht. Die Staatsanwaltschaft geht hingegen von einer geplanten Tat aus.

hhn