Die Berliner Polizei hat erneut mehr als drei Kilogramm Heroin entdeckt. Bei einer Wohnungsdurchsuchung am Donnerstagabend in Reinickendorf stellten die Beamten neben dem Heroin auch 200 Gramm Kokain sicher, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Zwei Männer und eine Frau seien festgenommen worden. Von welcher Qualität die Drogen seien, stehe noch nicht fest, hieß es. Sollte es sich um eine gute Qualität handeln, liege der Wert bei etwa einer halben Million Euro.
Bereits Anfang August hatte die Polizei einen ähnlichen Drogenfund nach einer Durchsuchung im Wedding präsentiert: mehr als drei Kilogramm Heroin im Wert von einer halben Million Euro. Ein Teil der Drogen war in 1100 Kügelchen verpackt. In dieser Form bieten Dealer ihren Kunden das Rauschgift illegal an.
Zudem nahmen Beamte am Donnerstagabend zwei Männer in Charlottenburg fest, die dort mit Rauschgift gehandelt hatten. Kurz nach 19 Uhr hatten die Fahnder beobachtet, wie die beiden im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses mit Drogen handelten. Die Beamten griffen zuerst den 29 Jahre alten Käufer auf und fanden bei ihm zwei Verkaufsportionen Marihuana. Mit einem Durchsuchungsbeschluss überprüften die Beamten daraufhin die Wohnung des 27 Jahre alten Verdächtigen. Dort fanden sie 80 Verkaufsportionen mit Marihuana, rund 1300 Euro und Verpackungsmaterial. Der 27-Jährige und sein Komplize wurden festgenommen.
Bis zu 10.000 Berliner sind heroinabhängig
Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) gibt es in Berlin 8000 bis 10.000 Heroinabhängige. Die Konsumenten kaufen demnach das Rauschgift von den Händlern abgepackt in Kugeln – die illegale Transaktion findet oft in Parks statt. Kleine Kugeln enthalten bis zu 0,3 Gramm Heroin und werden für zehn Euro verkauft. Bei größeren Kugeln gilt jeweils das Doppelte. Der Wirkstoffgehalt liegt bei zehn Prozent. In Berlin sind die Preise laut LKA niedrig.
Häufig kommt nach Ermittlerangaben das Heroin aus Afghanistan und Nordindien über die Türkei und die Niederlande nach Deutschland. Das Rauschmittel wird oft mit Backpulver, aber auch mit dem Schmerzmittel Paracetamol gestreckt. Es sei auch schon Salzsäure benutzt worden.
dpa/BM/alu



