Ein Irrtum mit Folgen: Ein Spezialeinsatzkommando hat am Sonntag die falsche Wohnungstür aufgebrochen. Ein Unschuldiger wurde dabei verletzt.

Wie die Polizei am Montag mitteilte, hatte es offenbar einen Fall von häuslicher Gewalt in einer Wohnung in Mariendorf gegeben. Eine 34-Jährige hatte Sonntagabend die Polizei gerufen, weil sie sich akut bedroht fühlte. Ihr Partner hatte gewaltsam versucht, die Frau beim Verlassen der Wohnung zu hindern, was ihr aber schließlich doch gelang. Weil der 54-Jährige als gewaltbereit bekannt war und außerdem im Besitz von Schusswaffen sein sollte, wurde ein SEK-Trupp angefordert.

Die 34-Jährige habe dann den eintreffenden SEK-Beamten von der Straße aus – wie sich jedoch erst später herausstellte – möglicherweise die falsche Wohnung im zweiten Obergeschoss beschrieben, die gegen 18.30 Uhr von den Elitepolizisten gestürmt wurde. Im Hausflur dieser Wohnung wurde ein argloser 21 Jahre alter Mann von einem Diensthund in den Unterarm gebissen. Eine weitere Mieterin blieb unverletzt. Der 21-Jährige wurde von einem Sanitäter des SEK versorgt und zur ambulanten Behandlung in eine Klinik gebracht.

Kurz darauf wurde der gesuchte 54-Jährige bei der Erstürmung seiner Wohnung festgenommen. Der Verdacht, dass er bewaffnet sei, bestätigte sich. Bei dem stark angetrunkenen Mann, der in der Vergangenheit gegen die 34-Jährige mehrfach gewalttätig geworden war, stellten die Beamten drei Pistolen sicher.

Die Mieterin der irrtümlich aufgebrochenen Wohnung erstattete nach Polizeiangaben kurz vor Mitternacht eine Strafanzeige gegen die SEK-Beamten wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung im Amt. Die Polizei stellt nun Untersuchungen an, weshalb es bei dem Einsatz zu der Erstürmung einer falschen Unterkunft kommen konnte. Die Ermittlungen hierzu würden noch andauern, so ein Polizeisprecher.

BM/alu