Kulturbrauerei

Türsteher stirbt bei Schießerei vor dem Soda Club

Auf dem Gelände der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg ist am frühen Morgen ein Sicherheitsmitarbeiter vor einem Szene-Club erschossen worden. Auch in Wilmersdorf wurde ein Türsteher angegriffen.

Auf dem Gelände der Kulturbrauerei in Berlin-Prenzlauer Berg ist am frühen Sonntagmorgen ein Mann gestorben.

Ersten Erkenntnissen zufolge sollen gegen 5.30 Uhr mindestens vier Schüsse gefallen sein. Zwei davon haben demnach den 39 Jahre alten Türsteher getroffen, der für eine Sicherheitsfirma gearbeitet haben soll. Der 39-Jährige erlitt schwerste Verletzungen.

Ein Notarzt konnte ihn noch vor Ort wiederbeleben, der Mann starb allerdings auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Tat soll sich direkt vor dem Soda-Club in der Knaackstraße ereignet haben, das Opfer stand allein vor dem Klub, der Täter konnte zunächst entkommen. Die Kriminalpolizei sicherte Spuren, eine Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen. Das Areal wurde für die Spurensicherung weiträumig abgesperrt.

Unbestätigten Meldungen zufolge soll es vor der Schießerei einen Tumult in dem Klub gegeben haben, daraufhin sollen mehrere Sicherheitsmitarbeiter in das Innere gegangen sein.

Kinderfest am Sonntag wurde abgesagt

Auf dem Gelände sollte am Sonntag eigentlich ein Kinderfest unter dem Motto „Der Berg tobt“ stattfinden. Angesichts der Umstände werde das Fest, das Vereine, Parteien und Firmen organisiert hätten und das in der 7. Auflage stattfinden sollte, aber abgesagt, teilte Veranstalter André Henselmann vor Ort mit. Es sei bislang nicht geplant, das Fest nachzuholen.

Bei dem Erschossenen handelt es sich um Sebastian K., der von seinen Nachbarn als “ruhiger und bescheidener Mitbewohner“ beschrieben wird. Er hatte zunächst eine Ausbildung als Buchbinder absolviert, bevor er sich umschulen ließ. K. arbeitete bereits seit mehreren Jahren für eine Sicherheitsfirma und hatte sich als Sicherheitsmitarbeiter für den künftigen Flughafen BER beworben. Dort wäre er wohl auch nach Eröffnung des Flughafens eingesetzt worden. Nachbarn berichten weiter, K. habe bereits in der Vergangenheit erzählt, dass es vor dem Klub auf dem Gelände der Kulturbrauerei bereits mehrfach zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen sei.

Der Soda Club trauerte auf Facebook um den Erschossenen. Nicht nur das Kinderfest, auch alle Abendveranstaltungen im Soda Club seien abgesagt, hieß es da. Und weiter: “Wir sind betroffen, schockiert und fassungslos, denn wir haben heute einen langjährigen Mitarbeiter und Freund verloren! Locke - wir werden Dich vermissen!!!!“

Angriff auf Türsteher auch in Charlottenburg

Auch in Charlottenburg wurde in der Nacht zu Sonntag ein Türsteher angegriffen und schwer verletzt. Der 41-jährige Türsteher erlitt nach einer Auseinandersetzung zwischen Gästen einer Bar am Olivaer Platz eine Stichverletzung. Der Verletzte musste im Martin-Luther-Krankenhaus behandelt werden. Der 43 Jahre alte Täter flüchtete nach dem Angriff zunächst mit einem Porsche und meldete sich am Sonntagmorgen auf einer Polizeiwache, bestritt allerdings den Angriff. Zuvor hatte ein Spezialeinsatzkommando (SEK) die Wohnung des Verdächtigen in Steglitz gestürmt, dort aber nur dessen Frau angetroffen. Die mutmaßliche Tatwaffe wurde indes nach Angaben einer Polizeisprecherin in dem Sportwagen entdeckt.

Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, hatte der 43-jährige Mann gegen elf Uhr in dem Lokal versucht, die Frau eines 50-Jährigen Barbesuchers zu küssen. Als deren Mann einschreiten wollte, versetzte der 43-Jährige ihm einem Kopfstoß. Anschließend sei der Angreifer vom Sicherheitspersonal vor die Tür der Bar „NY“ gebracht worden. Dort soll der 43-Jährige plötzlich ein Messer gezogen und dem 41-jährigen Türsteher damit in den linken Arm gestochen haben.

Verdächtiger flieht mit Sportwagen

Anschließend fuhr der Messerstecher mit einem Porsche Boxster davon. Aufmerksame Zeugen hatten sich die Autonummer gemerkt und informierten umgehend die Polizei. Die alarmierten Beamten entdeckten den Sportwagen wenig später an der Wohnanschrift in der Forststraße. Neben dem in der Tiefgarage abgestellten Auto lag der Schlüssel. Im Wagen lag ein Messer, an dem Blut klebte. Vom Fahrer fehlte jedoch jede Spur. Die Polizisten beschlagnahmten die Waffe zur Untersuchung.

Ein Richter ordnete daraufhin die Durchsuchung der Wohnung des tatverdächtigen Halters des Porsche an. Vorsorglich wurde hierfür eine SEK-Einheit eingesetzt, da nicht auszuschließen war, ob der Verdächtige bewaffnet sein könnte. Das Spezialeinsatzkommando verschaffte sich gewaltsam Zutritt in die Wohnung. Der Gesuchte befand sich jedoch nicht dort. Die Elitepolizisten trafen stattdessen nur die ahnungslose Ehefrau des Tatverdächtigen an. Nach Morgenpost-Informationen gab sie an, ihren Mann seit längerer Zeit nicht mehr gesehen zu haben.

Der 43 Jahre alte Tatverdächtige erschien dann gegen 5.30 Uhr auf einem Polizeiabschnitt. Auf die Fragen der Beamten räumte der Mann ein, in dem Lokal am Olivaer Platz gewesen zu sein. Allerdings stritt der 43-Jährige die Messerattacke auf den Türsteher ab. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei wegen gefährlicher Körperverletzung dauern noch an.

Polizei bittet um Mithilfe

Im Fall des erschossenen Türstehers bittet die Polizei um Mithilfe, da viele Gäste zur Tatzeit in dem Soda Club waren. Die Ermittler fragen:

Wer hat die Tat beobachtet?

Wer kann Angaben zu dem Täter oder den Tätern machen?

Wer hat Beobachtungen vor und/oder nach den Schüssen in oder vor dem Soda Club gemacht?

Wem ist etwas Verdächtiges aufgefallen?

Wer kann sonst sachdienliche Angaben machen?

Hinweise nimmt 7. Mordkommission des Landeskriminalamtes in der Keithstraße 30 in 10787 Berlin Tiergarten unter der Telefonnummer (030) 4664 - 911 777 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.