Mehr als zweieinhalb Monate nach der Tat haben Polizisten den mutmaßlichen Messerstecher vom Oranienplatz festgenommen. Gegen den 24-Jährigen liegt ein Haftbefehl wegen versuchten Totschlags vor. Der Mann sei dringend verdächtig, am 17. Juni am Oranienplatz einen 27-Jährigen niedergestochen zu haben. Der Mann sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.
Die Tat hatte damals zu einer massiven Auseinandersetzung und einem Großeinsatz der Polizei am Flüchtlingscamp gesorgt. Der 24-Jährige hatte damals den Platz überqueren wollen, wobei er einen Kinderwagen mit seinem sechs Wochen alten Kind vor sich hergeschoben hatte. Angeblich wurde er durch mehrere Insassen des Camps provoziert, worauf der 24-Jährige ein Messer gezogen und den 27 Jahre alten Sudanesen niedergestochen haben soll.
Die Gruppe des Camps hatte den 24-Jährigen verfolgt und mit Holzlatten beworfen. Immer mehr Menschen waren dazu gekommen. Die Polizei sah sich schließlich zahlreichen aufgebrachten Menschen gegenüber, die auf die Angehörigen des flüchtigen Messerstechers losgingen. Polizisten mussten die Familie schützen und brachten sie in einen Polizeiwagen, den die Menschenmenge aber nicht wegfahren lassen wollte. Erst weitere Polizisten konnten die Abfahrt des Wagens sichern.
Inzwischen kamen immer mehr Türken auf den Platz, und es entwickelte sich ein Streit, an dem 200 Menschen beteiligt waren. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, insgesamt wurden neun Verdächtige festgenommen, sechs Polizisten erlitten Verletzungen.
BM/dpa





