Demonstration

Berliner protestieren gegen Schwulenhass in Russland

Regenbogenfarben und Ganzkörpertattoos: Der Protest gegen Putins Anti-Homosexuellen-Gesetz war bunt, schrill und deutlich. „Genug ist genug“, forderten die Demonstranten in Berlin.

Foto: Dmitry Lovetsky / picture alliance / AP Photo

Unter dem Motto „Genug ist genug“ sind in Berlin rund 2500 Menschen gegen das umstrittene Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland auf die Straße gegangen. Die Demonstranten zeigten Plakate, die Kremlchef Wladimir Putin stark geschminkt zeigen. „Putin go homo“ war unter dem Konterfei des Präsidenten zu lesen. Mit der Aktion am Samstag appellierten die Organisatoren des Protests an die Bundesregierung und Sponsoren der Olympischen Winterspiele 2014 in Russland, sich gegen Homophobie einzusetzen. Auch Prominente unterstützten die Demonstration.

Die bunt und teils in den Regenbogenfarben gekleideten Teilnehmer starteten am Mittag am Kurfürstendamm. Ziel war die russische Botschaft in Mitte. Putin hatte Ende Juni ein Gesetz erlassen, wonach vor Minderjährigen nicht mehr über Homosexualität gesprochen werden darf. Verstöße werden mit hohen Geldstrafen geahndet.

Wowereit schickte Brief nach Russland

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat in einem Brief an Putin mehr Toleranz für unterschiedliche Lebensweisen angemahnt. Das Gesetz schaffe eine Atmosphäre, die Angst schüre anstatt sie abzubauen, schrieb der SPD-Politiker, der sich schon vor langen Jahren zu seiner Homosexualität bekannt hatte.

Schwule und Lesben sind im größten Land der Erde oft Freiwild. Nach Expertenmeinung haben Gewalttaten aus Schwulenhass bis hin zu Morden zugenommen. In Wolgograd folterten Männer einen 23-Jährigen brutal zu Tode, nachdem er sich geoutet hatte. In Internetforen verbreiten Homosexuelle entsetzt angebliche Appelle von Hausverwaltungen, verdächtiges Verhalten von Nachbarn zu melden.

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